Afghanischer Vizepräsident und Warlord Fahim verstorben

„Marschall Fahim“ war im Kampf gegen das Taliban-Regime ein prominentes Mitglied der Nordallianz.

Kabul – Der afghanische Vizepräsident Mohammad Kasim Fahim ist tot. Der 57-Jährige (nach anderen Angaben 56-Jährige), der ein mächtiger Kriegsherr aus dem Norden des Landes war, starb an einer Krankheit, wie ein Präsidentensprecher am Sonntag in Kabul mitteilte.

„Marschall Fahim“ war im Kampf gegen das Taliban-Regime ein prominentes Mitglied der Nordallianz und bis zu seinem Bündnis mit Präsident Hamid Karzai auch der Vereinten Nationalen Front, einem Oppositionsbündnis.

Fahim gehörte der Volksgruppe der Tadschiken an. Menschenrechtler warfen ihm vor, für Kriegsverbrechen verantwortlich zu sein. Fahim galt als Hardliner, der eigene Kampftruppen unterhalten haben soll, aber auch von den USA unterstützt wurde.

Präsidentenwahlen im April

Der Sprecher Karzais rief über den Online-Kurzbotschaftendienst Twitter eine dreitägige Staatstrauer aus. „Möge seine Seele in Frieden ruhen“, hieß es dort weiter.

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In Afghanistan soll am 5. April ein neuer Präsident gewählt werden. Bisher gibt es zehn Kandidaturen für die Nachfolge Karzais, der nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten darf. Der Kampfeinsatz von etwa 50.000 NATO-Soldaten in Afghanistan, darunter derzeit gut 3.000 Deutsche, läuft Ende des Jahres aus. Danach soll es eine Ausbildungsmission geben, über die aber noch keine Einigkeit besteht. Es wird ein Wiederaufflammen der Gewalt in dem Land befürchtet, das zum Teil von den islamistischen Taliban kontrolliert wird. (APA/dpa)


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