Viel Platz im knappen Tiroler Raum

In Tirol könnten Wohngebäude mit einem Verkaufswert von knapp 30 Mrd. Euro sofort gebaut werden.

Von Nina Werlberger

Innsbruck –Wenig Fläche, viel Nachfrage, hohe Preise: Das sind die Fakten des Tiroler Immobilienmarkts. Dabei gäbe es große Flächen, die sofort bebaut werden könnten. Für die TT hat der Gemeindeberater Walter Peer ausgerechnet, wie viel in Tirol tatsächlich gebaut werden könnte und welchen wirtschaftlichen Effekt das haben würde. „28 Prozent des bereits gewidmeten Baulandes sind unbebaut. Das ist eine Fläche von 44 Quadratkilometern“, erklärt Peer mit Verweis auf Zahlen des Statistischen Amtes des Landes Tirol. Zieht man noch die Verkehrsflächen ab, blieben 33 Quadratkilometer Grund, auf dem sofort gebaut werden könnte.

Würde man das tun, so ergäbe sich daraus ein potenzielles Bauvolumen von insgesamt 14 Milliarden Euro. Allein in der Landeshauptstadt Innsbruck sieht Peer das mögliche Bauvolumen bei 1 Milliarde Euro. Dabei schätzt Peer konservativ und nimmt eine geringe Dichte an, die etwa der von Einfamilienhäusern entspricht.

Was heißt das für die Wohnungssuchenden im Land? Denkt man Peers Zahlen weiter, so könnten in Tirol sofort acht Millionen Quadratmeter verkaufbarer Fläche geschaffen werden (Nettonutzfläche, ohne Innsbruck). Der Marktwert inklusive der Grundstücke würde sich auf 28,9 Milliarden Euro belaufen, wenn man für die Rechnung einen Durchschnittspreis von 3500 Euro pro Quadratmeter annimmt. Wohnraum im Wert von knapp 30 Milliarden Euro könnte in Tirol somit sofort gebaut werden. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden in Tirol Immobilien im Wert von 1,7 Mrd. Euro verkauft.

Doch es gäbe theoretisch noch mehr Möglichkeiten, in Tirol neue Wohngebäude zu bauen. Denn vier Fünftel des Dauersiedlungsraums werden laut Peers Zahlen bislang gar nicht genutzt. In Summe stünden im Land 1190 Quadratkilometer für die Bebauung zur Verfügung.

Für seine Schätzung des Innsbrucker Potenzials hat sich Peer angesehen, wo noch größere Flächen zur Verfügung stehen. Möglich wären größere Bauprojekte etwa am Gelände des Frachtenbahnhofs oder in der Rossau. Auch in den unausgebauten Dachböden würde noch großes Potenzial schlummern: Laut einer Studie, die Peer 2005 mit Porr und Raiffeisen gemacht hat, gibt es unter den Dächern der Stadt 600.000 Quadratmeter potenzielle Wohnnutzfläche.


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