Österreicher legen immer weniger auf die hohe Kante

Wegen gesunkenem Einkommen und niedrigen Zinsen sparten die Österreicher 2013 so wenig wie in den letzten 20 Jahren nicht.

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Wien – Die Zeiten, in denen die Österreicher Europas Sparmeister waren, sind wohl endgültig vorbei. Im vergangenen Jahr sank die österreichische Sparquote auf 6,6 Prozent, wie die Statistik Austria am Montag mitteilte. Damit ist die Sparquote so niedrig wie in den letzten 20 Jahren nicht. Noch im Jahr 2012 legten die Österreicher 7,4 Prozent ihres Einkommens auf die hohe Kante. Zum Vergleich: In den Jahren 2006 bis 2009 sparten die Österreicher jährlich noch mehr als ein Zehntel ihres Einkommens. Nach Ausbruch der Finanzkrise ging die Sparquote dann deutlich zurück und liegt seitdem laut Statistik Austria ungefähr auf dem Niveau der Eurozone.

Die Erklärung für die sinkende Sparquote ist einfach: 2013 stiegen die Einkommen der österreichischen Haushalte im Schnitt nur um 1,1 Prozent, die Konsumausgaben legten hingegen um zwei Prozent zu. Rechnet man die Inflation heraus, sank das verfügbare Einkommen gar um ein Prozent, während der Konsum stagnierte.

Die derzeit niedrigen Sparzinsen sorgen ebenfalls nicht für exzessiven Zulauf zu klassischen Sparformen wie Sparbuch oder Bausparern. Der Bankenobmann in der Tiroler Wirtschaftskammer, Gerhard Schweiger, glaubt dennoch, dass die Sparquote sich langsam stabilisieren wird: „Die Zinsen werden bestimmt nicht immer auf diesem Niveau bleiben.“ Dennoch tut auch er sich schwer, derzeit Argumente für die klassischen Sparformen zu finden, wie Schweiger zugibt. „In der jetzigen Niedrigzins-Phase muss ich, wenn ich höhere Erträge will, das Risiko suchen. Dann muss ich mein Geld in Aktienfonds anlegen“, sagt der Bankenobmann. Die Vorteile beim Sparbuch lägen hingegen klar in seiner Sicherheit und darin, dass man jederzeit Zugriff auf das Ersparte habe. „Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht“, so Schweiger.

Laut einer Umfrage der Erste Bank bleibt das Sparbuch dennoch die beliebteste Anlageform der Österreicher. Rund 61 Prozent sparen damit, gefolgt vom Bausparvertrag (54 Prozent) und der Lebensversicherung (37 Prozent). Aktien wollen heuer hingegen nur elf Prozent kaufen. (APA, ecke)


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