Gratisparkplätze sollen zurückgedrängt werden

Auf Vorschlag der Grünen sollen nicht bewirtschaftete Stellplätze in Reutte verschwinden und Einpendler Monatstickets bezahlen.

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Auf dem Weg zur möglicherweise fahrradfreundlichsten Gemeinde Österreichs – so das Ziel – sind den Reuttener Grünen die vielen, teils freien Parkmöglichkeiten im Markt ein Dorn im Auge. Reutte sei viel zu autofreundlich, erklärte Gemeinderätin Barbara Brejla in der vergangenen Gemeinderatssitzung. Die grüne Fraktion hat deshalb einen Antrag eingebracht, der das Parken nahe dem Obermarkt weniger attraktiv machen soll.

Brejla: „Reutte ist autofreundlich, auch weil im Zentrum viel mehr Parkfläche zur Verfügung steht, als erforderlich ist. Für das Räumen, Streuen und Erhalten dieser Gemeindegrundflächen müssen reichlich Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Parkgebühren wurden 2013 erhöht, um kostendeckend arbeiten zu können – denn nicht nur die Parkraum-Bewirtschaftung, sondern auch die -Kontrolle kosten viel Geld“, ließ die grüne Rätin wissen.

Entlang dem Klosterweg, einen Steinwurf vom Zentrum entfernt, sind ausreichend kostenpflichtige Parkplätze vorhanden, die laut Grünen aber nur an wenigen Tagen genutzt werden. Der Grund dafür liege offensichtlich in der Parkfläche gegenüber zwischen den Startwohnungen und dem Klosterweg. Gemeinderat Helmut Hein ergänzt: „Diese Fläche mitten im Reuttener Zentrum ist 24 Stunden 365 Tage kostenfrei benutzbar. Das sind rund 30 Autostellplätze, die fast täglich zur Gänze belegt sind. Hingegen sind die kostenpflichtigen Parkplätze entlang dem Klosterweg meist leer.“ Die grüne Rechnung lautet, dass die Gemeinde Reutte schon Mehreinnahmen von 14.040 Euro hätte, wenn zumindest einmal am Tag 30 Autos für eine Stunde dort parken würden. Dieses Geld fehle im Budget und sei von allen Bürgern zu tragen.

Helmut Hein und Barbara Brejla unisono: „Wir beantragen daher, den pendelnden Fahrzeughaltern in Reutte günstige Monatsparktickets anzubieten und diese nicht benötigte Gratisparkfläche im Zentrum von Reutte zu schließen.“

Bürgermeister Alois Oberer will sich öffentlich zur Thematik nicht äußern. „Natürlich habe ich eine Meinung dazu. Wenn ich diese sage, ist aber schon eine Art Weg vorgewiesen. Das will ich nicht. Das Thema geht jetzt in den Bauausschuss und wird dort beraten. Diesen Sitzungen will ich nicht vorgreifen.“


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