Islam-Lehrer stand unter Beobachtung

Wiener Stadtschulrat verlässt sich bei Anstellung von Religionslehrern auf die Glaubensgemeinschaften.

Wien –Für den Wiener Stadtschulrat war Hisham A. ein Religionslehrer unter vielen, sagte der Sprecher von Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl gestern. Erst die Recherchen der TT wegen seines Engagements für eine islamistische Vereinigung hätten die Behörde alarmiert.

Nun soll geprüft werden, wie derartige Fälle künftig verhindert werden könnten. Für den Stadtschulrat sei die Situation aber nicht einfach. Denn bei der Anstellung von Religionslehrern hätten die Glaubensgemeinschaften das Vorschlagsrecht, das üblicherweise auch nicht in Frage gestellt werde.

Hisham A. ist in diesem Schuljahr unter Entfall von Bezügen karenziert. Er soll sich in Syrien aufhalten. In Internetvideos wirbt er für die Errichtung eines islamischen Kalifats in Syrien. Die „Hizb-ut-Tahrir“, für die A. tätig ist, gilt selbst nicht als terroristische Vereinigung, hat laut Verfassungsschutz aber „keine Distanz zur Gewalt“.

In der islamischen Glaubensgemeinschaft ist Hisham A. kein Unbekannter. Er trat auch in offiziellen Funktionen auf. Zuletzt sei der Pädagoge aber schon „unter Beobachtung“ gestanden, teilte eine Sprecherin der Glaubensgemeinschaft der TT in einer schriftlichen Stellungnahme mit. „Denn auch wenn aus dem Schuldienst keine Auffälligkeiten ersichtlich wurden, stand seine Gesinnung in der Kritik.“

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Weitere Maßnahmen gegen den Lehrer hätten sich mit der Karenzierung vorerst aber erübrigt. Nun stelle sich die Lage allerdings anders dar: „Nach Bekanntwerden seiner Internetauftritte ist eine Rückkehr in den Schuldienst ausgeschlossen. Wir nehmen aber ohnehin an, dass er nicht nach Österreich zurückkehren wird.“ (sabl)


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