Gries kämpft für Verbleib der Polizei

Das geplante Aus für den Posten beschäftigt in Gries am Brenner Politik, Gemeindebürger und die betroffenen Polizeibeamten.

Von Nikolaus Paumgartten

Gries a. Br. –Nachdem am Freitag die Tiroler Polizeiführung die geplante Schließung des Postens in Gries am Brenner zum Ende des Jahres verkündet hat, ist der erste Schock in der Gemeinde über die Nachricht überwunden. Die örtliche Politik gibt sich nun kämpferisch und will die Übersiedlung der Dienststelle mit ihren 20 Beamten nach Steinach nicht ohne Weiteres hinnehmen.

Es habe zahlreiche besorgte Rückmeldungen aus der Bevölkerung gegeben, erklärt der Grieser Bürgermeister Karl Mühlsteiger (Gemeindeliste Mühlsteiger) auf Nachfrage der TT. Als Grenzgemeinde seien dabei vor allem die Aufgriffe illegaler Einwanderer ein zentrales Thema. Mit dem Wegfall der Grenzbalken wurden einst 180 Zöllner abgezogen, im Gegenzug habe man damals dafür das Zugeständnis für einen etwas größeren Polizeiposten bekommen, sagt Mühlsteiger. Dass dieser auch seine Berechtigung habe, zeige alleine die Tatsache, dass die Polizei Gries österreichweit die meisten Aufgriffe illegaler Migranten verzeichne. Mühlsteiger will jedenfalls das Gespräch mit den Entscheidungsträgern suchen, um das Ende des Polizeipostens doch noch abzuwenden. In dasselbe Horn stößt auch Vizebürgermeister Siegfried Kerschbaumer (SPÖ). „Bei der Sicherheit darf man nicht sparen. Wir werden das nicht hinnehmen“, kündigt er an.

Der Grieser Postenkommandant war gestern nicht im Dienst und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dessen Stellvertreter, Christoph Gander, seines Zeichens auch Gemeindevorstand in Gries (Gemeindeliste Gstraunthaler), sieht die Pläne der Landespolizeidirektion zwiespältig. Eine größere Dienststelle in Steinach habe den Vorteil, dass die Aufgaben und der Druck der Arbeit in der Grenzregion auf mehrere aufgeteilt werden können. Außerdem hätten die Verantwortlichen die Entscheidung wohl nach reiflicher Überlegung getroffen. Als Gemeindebürger von Gries sehe er aber auch den Wegfall von Infrastruktur sowie die negativen Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Bürger.

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