Erdöl in der Adria: Kroatien steuert auf neuen Streit mit Nachbarn zu

Bereits in der Vergangenheit hat es bezüglich des Verlaufs der Seegrenze Streit gegeben. Dieser flammt nun durch Erdölvorkommen in der Adria neu auf.

Zagreb - Während Kroatien auf ein Millionengeschäft hofft, das man mit Erdölvorkommen in der Adria machen könnte, zürnen die Nachbarn Montenegro und Slowenien. Denn die potenziellen Lagerstätten befinden sich teilweise in einem Gebiet, die Gegenstand von jahrelangen Grenzstreitigkeiten zwischen den drei Ländern sind. Kroatien will von seinem Vorhaben jedoch nicht abrücken.

Das neue EU-Mitglied hatte vor seiner Küste vielversprechende Erdöl- und Erdgasvorkommen entdeckt. Das kroatische Wirtschaftsministerium erwartet großes Interesse internationaler Energieunternehmen an der Dokumentation und schließlich der Ausbeutung der Lagerstätten. In der Vorwoche startete das Bieterverfahren, woraufhin sich die slowenische und daraufhin die montenegrinische Diplomatie einschalteten. Drei von insgesamt 29 Feldern befinden sich im nicht genau definierten Grenzgebiet.

Streit wegen Verlauf der Seegrenze

Mit Slowenien hatte es in der Vergangenheit bezüglich des Verlaufs der Seegrenze bei Piran Streit gegeben, was Slowenien auch veranlasste, die EU-Beitrittsverhandlungen Kroatiens zwischenzeitlich zu blockieren. Derzeit läuft noch ein Schiedsverfahren. Kroatien greife der Entscheidung des Gerichts mit seinem Vorgehen zu den Öllagerstätten vor, hieß es in einer Mitteilung der slowenischen Botschaft in Zagreb.

Montenegro äußerte Unmut über die Landkarten, die Kroatien den potenziellen Investoren zur Verfügung stellte und die angeblich den genauen Grenzverlauf im Süden vorwegnehmen. Podgorica verwies auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2002, wonach die Länder aufgefordert sind, den Grenzverlauf nicht einseitig festzulegen.

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Die Ministerien für Wirtschaft und Äußeres in Zagreb wiesen die Vorwürfe der Nachbarstaaten zurück. Die Unterlagen würden entsprechende Informationen zum Grenzverlauf mit den Nachbarländern enthalten, hieß es gegenüber Medien. (APA)


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