Athen kündigt Rückkehr an Kapitalmarkt bis Ende Juni an

Nach vier Jahren am Tropf der Troika will sich Griechenland nun wieder eigenständig am Kapitalmarkt frisches Geld besorgen.

Athen/Berlin - Das Euro-Krisenland Griechenland will es bald wagen, sich eigenständig Geld an den Kapitalmärkten zu besorgen. Wann genau die Rückkehr erfolgen soll, dazu hielt sich der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras am Montag bedeckt. Es gebe „absolut keine Eile“, sagte Stournaras im griechischen Rundfunk. „Wir werden es im ersten Halbjahr, bis Anfang des Sommers machen“, erklärte Stournaras.

Nach griechischen Medienberichten könnte es auch schon früher der Fall sein. Vor vier Jahren war Griechenland unter den Rettungsschirm internationaler Geldgeber geflüchtet.

Das deutsche Finanzministerium in Berlin begrüßte grundsätzlich die Pläne der griechischen Regierung. „Das ist letztendlich ein Beleg dafür, dass das Programm erfolgreich verläuft und dass das Vertrauen der Finanzmärkte zurückkehrt“, sagte eine Sprecherin am Montag in Berlin. Zu Zeitplänen könne man keine Stellung nehmen.

An diesem Freitag will die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Athen reisen. Neben Gesprächen mit Ministerpräsident Antonis Samaras stehen auch Treffen mit Vertretern von Wirtschaftsverbänden und jungen, innovativen Firmen auf dem Programm, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Zuletzt war die Kanzlerin im Oktober 2012 in der Hochphase der Euro-Schuldenkrise zu einem eintägigen Besuch in Athen.

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Griechische Medien spekulieren, die Rückkehr an die Finanzmärkte könnte bereits bis Ende der Woche verkündet werden. Aus Kreisen des Athener Finanzministeriums erfuhr die dpa, es sei alles bereit. Man warte nur auf die Anweisung von höheren Stellen, um den ersten Marktgang nach mehreren Jahren zu starten. Das Finanzministerium dämpfte jedoch in einer Erklärung die Erwartungen: Die Informationen, eines raschen Marktgangs seien „Prophezeiungen“, die nichts mit der Realität zu tun haben.

Stournaras betonte, der Weg sei noch lang, bis es Griechenland gelinge, sich wieder allein finanzieren zu können. Notwendig sei, die Reformen fortzusetzen und Wachstum zu schaffen. Wenn alles nach Plan laufe, benötige Griechenland kein neues Geld aus weiteren Hilfspaketen von internationalen Geldgebern. „Ich will aber (was das Ende der Finanzierung betrifft) vorsichtig sein“, sagte er.

Stournaras rechnet fest mit weiteren Schuldenerleichterungen, die von den Euro-Finanzminister bereits im November 2012 in Aussicht gestellt wurde. Dazu zählten längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen für bereits ausgezahlte Hilfskredite der Euro-Staaten. (APA/dpa)


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