1468 Firmen stellten im 1. Quartal einen Insolvenzantrag

Im Vorjahresquartal gab es laut Alpenländischer Kreditorenverband um acht Insolvenzen weniger. Nur 154 Fälle der eröffneten Unternehmensinsolvenzen wurden als Sanierungsverfahren geführt. Kreditschützer erwarten heuer mehr Insolvenzen als 2013.

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Wien – Im ersten Quartal 2014 stellten 1468 Unternehmen in Österreich einen Insolvenzantrag, davon wurden 860 Verfahren eröffnet, und 608 Insolvenzen mussten wegen mangelnder Masse abgewiesen werden. Im Vorjahresquartal gab es laut Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) um acht Insolvenzen weniger. Nur 154 Fälle der eröffneten Unternehmensinsolvenzen wurden als Sanierungsverfahren geführt.

Trend zu Firmenschließungen

Damit schaffte es zwischen Jänner und März nur ein Zehntel der insolventen Firmen, ein Sanierungsverfahren einzuleiten. Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung gab es im 1. Quartal insgesamt 22 Fälle, im Vorjahresquartal lag die Zahl noch bei 35 Verfahren. Die 30-prozentige Mindestquote für die Gläubiger werde als Preis für eine Eigenverwaltung nicht mehr in Kauf genommen, sagte AKV-Experte Franz Blantz. Außerdem sei bei den Insolvenzverfahren ein Trend zu Firmenschließungen zu beobachten. Banken und Investoren würden vorsichtiger agieren und sich bei insolventen Firmen nicht stärker engagieren wollen.

Blantz erwartet für heuer einen Anstieg der Insolvenzzahlen, weil sich die Zahlungsfähigkeit bei kleinen und mittleren Unternehmen verschlechtert. Bei der schwer angeschlagenen Baumarktkette bauMax hofft er auf eine Lösung zwischen der Eigentümerfamilie und den Gläubigern. Das Jahr 2013 ging mit den Großpleiten von Alpine Bau, Niedermeyer und dayli (vormals Schlecker) als Rekordpleitejahr seit 1945 in die Geschichtsbücher ein.

Die bisher größte Pleite nach Passiva legte im ersten Quartal 2014 die MA.TEC Stahl- und Alubau (35,3 Mio. Euro) hin, gefolgt vom IT-Händler DiTech mit 30 Mio. Euro und AWI Mineralölgroßhandel mit 22 Mio. Euro. Die Gesamtpassiva der eröffneten Unternehmensinsolvenzen stieg im Vergleich zum ersten 1. Quartal 2013 um rund 17 Prozent auf 482,3 Mio. Euro. Die Anzahl der gefährdeten Arbeitsplätze schnellte um 42 Prozent auf 3844 Jobs. Im Vergleich zum Kreditschutzverband von 1870 zählt der AKV aber nur die bedrohten Jobs bei eröffneten Insolvenzverfahren.

Meiste Insolvenzen im Handel

Nach Branchen aufgeschlüsselt gab es die meisten Insolvenzen im Handel (254), knapp gefolgt von der Baubranche mit 251 Insolvenzen und der Gastronomie mit 232 Insolvenzen im ersten Quartal 2014. Nach Bundesländern gab es den stärksten Anstieg der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahresquartal in Vorarlberg (+61 Prozent), Salzburg (+9 Prozent), Steiermark (+6 Prozent) und Niederösterreich (+3 Prozent). In allen übrigen Bundesländern sank die Zahl der Firmeninsolvenzen.

Die Privatinsolvenzen haben im ersten Quartal um 3,6 Prozent auf 2428 Fälle abgenommen, vor allem weil deutlich weniger Personen in Wien zahlungsunfähig wurden. Die Durchschnittsverschuldung pro eröffnetem Privatkonkurs belief sich laut Kreditschützern auf 91.100 Euro. Von den Privatinsolvenzen entfielen rund zwei Drittel auf Männer und ein Drittel auf Frauen. (APA)


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