Neue Eisenbahnbrücke: Sperre für Zug und Autos

Die Zugstrecke zwischen Kundl und Jenbach wird wegen der Brückenmontage ab Mitte August für 14 Tage unterbrochen.

© ostertag Architects

Von Michael Mader

Kramsach –Die Vorbereitungen laufen schon seit Monaten, auf der Inntalautobahn gilt im Bereich der Querung der Eisenbahnbrücke bei Kramsach eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 Stundenkilometern.

Der Bau der neuen Brücke wird für die Österreichischen Bundesbahnen eine logistische Herausforderung: Die Strecke zwischen Kundl und Jenbach wird von 14. August bis 1. September wegen der Vorbereitungsarbeiten gesperrt, ehe die etwa 3500 Tonnen schwere Brücke am 21. August über die Autobahn gezogen wird.

Der Bahnhof Jenbach kann in dieser Zeit von den Fernzügen nicht angefahren werden, weil Züge unterirdisch zwischen Kundl und Baumkirchen verkehren. Die Bahnkunden müssen in Wörgl aussteigen, um dann per Bus zum Bahnhof zu kommen.

Aber auch die Pendlerverbindungen (REX) werden über die Unterinntaltrasse geführt. Das bedeutet, dass es ab Schwaz in den Untergrund geht. Erst in Kundl ist der nächste oberirdische Halt möglich. „Uns ist wichtig, dass es vor allem für die Pendler möglichst wenig Einschränkungen gibt“, sagt ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel.

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Die S-Bahn ab Jenbach bis Innsbruck und Telfs (Halbstundentakt) kann planmäßig fahren, weil die Einfahrt in den Bahnhof Jenbach auf der Westseite möglich ist. Bei den durchgehenden S-Bahnen von und nach Kufstein wird zwischen Jenbach und Wörgl ein Schienenersatzverkehr mit Bussen angeboten.

Aber auch die Autobahn muss aufgrund der Arbeiten immer wieder gesperrt werden. Allerdings nur in der Nacht. Geplant sind eine bis mehrere Anhaltungen von bis zu 20 Minuten. „Immer dann, wenn Teile über die Autobahn gehoben werden müssen, wird es aus Sicherheitsgründen eine Anhaltung geben“, weiß Zumtobel. Die erste bereits nach Ostern in der Nacht von 22. auf den 23. April.

Die neue Brücke besteht nämlich aus insgesamt 24 Elementen, die vor Ort zusammengebaut werden. Zudem wird unterhalb der Einzelträger eine Art Schutzrüstung montiert. So ist es auch möglich, dass die Brücke sozusagen bei laufendem Betrieb auf der Straße innerhalb von vier bis fünf Stunden mittels Hydraulik über die Autobahn gezogen wird.

Die Gesamtkosten für das neue Bauwerk betragen 13 Millionen Euro und sollen gegenüber der alten Brücke eine erhebliche Reduzierung des Schalls bringen. „Die alte Brücke hat mit 400 Tonnen eine viel geringere Masse und neigt daher viel leichter zum Dröhnen“, erklärt Zumtobel. Zudem dürfte die neue Brücke durch die gerade Stützung weniger erhaltungsproblematisch sein und durch den Wegfall der Stützen im Bereich des Fahrbahnmittelstreifens der Autobahn fällt auch ein Gefährdungsbereich weg.

Bis sämtliche Arbeiten im Bereich der neuen Brücke abgeschlossen sind, könnte es laut den ÖBB bis zum Herbst dauern.


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