Ehrwald baut Tennishalle zum Kletterzentrum um

Freuen dürfen sich die Sportkletterer im Außerfern. Am Fuß der Zugspitze entsteht ein Indoor-Trainingszentrum für die Felsakrobaten.

Von Simone Tschol

Ehrwald –Der Klettersport hat in den letzten Jahren eine regelrechte Metamorphose durchgemacht – vom einstigen Extremsport hin zur generationenübergreifenden Trendsportart. Spätestens seit die Indoor-Kletterwände wie Pilze aus dem Boden sprießen, geht’s mit dem Vertikalsport steil bergauf.

Ein weißer Fleck auf der Landkarte der Indoor-Kletterzentren war bislang das Außerfern. Alpenverein und Sportkletterer mussten zum Kraxeln ins Allgäu oder gar nach Imst ausweichen. Damit ist jetzt Schluss: Die Ehrwalder Erschließungsgesellschaft, die zu je 50 Prozent im Besitz der Gemeinde und des Tourismusverbandes ist, macht Nägel mit Köpfen und baut einen Teil der in die Jahre gekommenen Tennishalle zur Kletterhalle um.

Im Vorfeld wurden alle Vereine kontaktiert und zur Ideenfindung eingeladen. Nach vielen Gesprächen und Konkurrenzanalysen blieb der Alpenverein und seine Idee zum Bau einer Kletterhalle übrig. „Wir haben das Projekt der Erschließungsgesellschaft präsentiert und die war begeistert“, sagt der Obmann der OeAV-Sektion Ehrwald, Peter Spielmann, der TT.

Inzwischen wurde das Konzept in vielen Sitzungen bis ins Detail geplant und zur Baureife gebracht. „Das große Einzugsgebiet – in den Nachbarregionen Reutte und Garmisch-Partenkirchen gibt es keine Kletterhalle – sprach zusätzlich für den Bau“, freut sich TVB-Obmann Hermann Oberreiter über die neue Attraktion in der Region. Bürgermeister Martin Hohenegg ist besonders von der Tatsache angetan, „dass alle damit befassten Gremien – vom Vorstand des TVB über den Gemeinderat bis hin zum TVB-Aufsichtsrat – einstimmige Beschlüsse für den Bau der Kletterhalle gefasst haben“.

Jetzt geht es an die Umsetzung. Wie Andreas Zirknitzer, Geschäftsführer der Erschließungsgesellschaft, erklärt, werden künftig sowohl Tennisspieler als auch Kletterer in der Halle Platz finden. Einer der drei Tennis-Courts wird geopfert. An dessen Stelle werden in den nächsten Monaten rund 900 Quadratmeter Gesamtkletterfläche mit Boulderbereich und Vorstiegsflächen entstehen.

Um die Klettermöglichkeiten zu erweitern, wird das Dach geöffnet. Beim Dachstuhldurchstoß wird die Höhe letztlich bei 16,5 Meter liegen – damit sind künftig auch internationale Wettkämpfe möglich. Das bestehende Hallendach wird im Zuge des Umbaus zudem komplett saniert und wärmegedämmt. Ein großer Pluspunkt ist die bereits vorhandene Infrastruktur. „Vom Parkplatz angefangen über die Umkleideräume bis hin zur Tribüne ist alles da. Die Tennishalle zum Kletterzentrum zu machen, ist nicht nur von der Logik, sondern auch von der Logistik perfekt“, freut sich Zirknitzer. Die Gastronomie soll weiterhin ein wichtiger Treffpunkt sein und durch die ganzjährige Öffnung der Halle zusätzliche Frequenz bringen.

Der Bau soll in den nächsten Wochen starten, die Eröffnung ist für Herbst geplant. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,3 Mio. Euro.


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