Wie Österreich sich künstlich stärker rechnet

Innsbruck – Österreich gehe es vergleichsweise zwar noch immer recht gut, es falle in vielen Bereichen immer weiter ins Mittelfeld zurück. D...

© FOLTIN Jindrich / WirtschaftsBla

Innsbruck –Österreich gehe es vergleichsweise zwar noch immer recht gut, es falle in vielen Bereichen immer weiter ins Mittelfeld zurück. Das sagt der Direktor der Agenda Austria, Franz Schellhorn, anlässlich eines Tirol-Besuchs gegenüber der TT. Der nach dem Vorbild des Schweizer Avenir Suisse gegründete Think Tank sei eine rein privat finanzierte Gedankenwerkstatt und Ideenfabrik, so Schellhorn. Man wolle abseits von öffentlich finanzierten Institutionen wie AK oder Wifo Studien und Diskussionsbeiträge liefern, aber nicht selbst in den politischen Ring steigen. Ziel sei es, Österreich leistungsfähiger und stärker zu machen.

Derzeit rechne sich Österreich selbst stark, weist Schellhorn etwa auf den Bereich Beschäftigung hin. In Wahrheit habe Österreich im Vorjahr nicht 280.000 Arbeitslose gehabt, sondern 460.000 und damit eine Arbeitslosenquote von 10 statt 5 Prozent. Hauptgrund dafür sei die hohe Zahl an Frühpensionen. Das Pensionssystem koste den Staat jedes Jahr 10 Milliarden Euro, das sei eine Hypo Alpe Adria in jedem Jahr. Auch die tatsächliche Inflation sei weit höher als die offiziell ausgewiesene, weil etwa der Wohnbereich viel zu niedrig bewertet sei.

Agenda Austria hat u.a. „fünf Chancen für Österreich“ aufgelistet, die bisher im Regierungsprogramm allesamt nicht zu finden sind: Für eine bessere Bildung sollten die Schulen wie in Holland und die Pensionen wie in Schweden reformiert, der Föderalismus statt abgeschafft besser wie in der Schweiz ausgebaut, die Schulden wie in Deutschland gebremst und die Subventionen wie in Neuseeland gestrichen werden. (va)

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