„Gefahr groß“: Borkenkäfer in Tirol gefräßig wie nie

Die milden Temperaturen begünstigen die Ausbreitung des Borkenkäfers.

© boehm

Von Christoph Mair

Innsbruck –Er fliegt auf die Wärme. Im wahrsten Sinn des Wortes. Die angenehmen Temperaturen der vergangenen Tage und Wochen lassen den Borkenkäfer heuer um drei bis vier Wochen früher aktiv werden als sonst, sagt Tirols Landesforstdirektor Josef Fuchs. „Wegen des milden Winters ist die Gefahr eines Befalls groß.“ Die Waldbesitzer seien deshalb gefordert, Schadholz so bald wie möglich aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen.

Der von Waldbesitzern gefürchtete Borkenkäfer brauche Temperaturen von ca. 15 Grad Celsius, um aus seiner Winterstarre zu kommen, weiß Fuchs. Und je milder der Winter sei, umso mehr Larven überleben im Boden oder unter der Rinde von Bäumen. Borkenkäfer entwickeln sich im saftigen Teil der Baumrinde. Sie bohren sich durch sie hindurch und zerstören so das lebensnotwendige Bastgewebe. Abhängig von Temperatur und Höhenlage bildet etwa der Buchdrucker, eine der bedeutendsten Borkenkäferarten, ein bis zwei, in sehr warmen Jahren sogar drei Generationen aus. Bäume, die von Borkenkäfern besiedelt werden, sterben ab. Gesunden Bäumen könne der Käfer im Normalfall nichts anhaben, sagt Fuchs. Durch ausreichende Harzproduktion könnten die Bäume den Käfer am Eindringen hindern. Abgestorbenes Holz werde daher zum Nährboden der Borkenkäfer. Wenn zu viel davon da sei, könnte auch der gesunde Wald mit dem Befall nicht mehr fertigwerden, schildert Fuchs. Deshalb seien die Waldbesitzer heuer aufgerufen, Schadholz so bald wie möglich, jedenfalls rechtzeitig vor dem ersten Käferflug, aus dem Wald zu entfernen.

Panik will der Landesforstdirektor nicht verbreiten. Vieles hänge von der Witterung der nächsten Zeit ab. Stehe der erste Käferflug normalerweise Mitte Mai an, könnte es heuer, vorausgesetzt das Wetter bleibe so wie bisher, bereits Ende April soweit sein. Schneefall und Kälte könnten die Entwicklung der Käfer verzögern. An den Waldbesitzern liege es, die Situation genau zu beobachten. Dazu könnten auch so genannte Duftfallen dienen oder das Fällen so genannter Fangbäume, auf denen sich eventueller Befall leicht beobachten lasse.

Ein großflächiges Auftreten von Borkenkäfern bedeute für die Waldbesitzer einerseits einen wirtschaftlichen Schaden. Andererseits könne auch die Schutzfunktion des Waldes leiden, sagt der Landesforstdirektor.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren


Schlagworte