Duo mit Qualität und Leidenschaft

Hall – Todesnähe und die Aufbäumung des Lebens in Wildheit und Ironie prägten das dritte Osterfestival-Konzert im Salzlager. Zwei fabelhafte...

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Hall – Todesnähe und die Aufbäumung des Lebens in Wildheit und Ironie prägten das dritte Osterfestival-Konzert im Salzlager. Zwei fabelhafte Tiroler Musiker waren dafür aufgeboten, Oswald Salla­berger und Michael Schöch.

Pianist Schöch agiert intensiv ohne Bedeutungsgesten und hat eine Vorliebe für kluge, fordernde Programme. Am Dienstag begann er seinen solistischen Block mit Arnold Schönbergs Sechs kleinen Klavierstücken op. 19 und machte duftende Miniaturen daraus: arbeitete den Reiz der Modulationen heraus und sättigte Akkorde mit Klang. Als ob er einen neuen Satz beginnen würde, hängt­e er ein geistreiches Prélude (1994) von Erik Satie und Leos Janáceks temperamentvolles „Im Nebel“ daran. In frappierender Perspektive blieb Schönberg, der jüngste der drei Komponisten, zentral. Bestimmend auch die gemeinsame Abkehr von Romantizismen und Schöchs hohe pianistische Qualität.

Oswald Sallaberger, Jahrgang 1966, hat sich trotz diri­gentischer Karriere seine geigerische Qualität und gestalterische Leidenschaft bewahrt, beste Voraussetzungen für Arthur Honeggers teils melancholische, teils auftrumpfende Erste Violinsonate und die grandios bewältigte Sonate für Viola und Klavier von Dmitri Schostakowitsch, der Sallaberger alle geraffte Kraft und erschütternde Süße eines letzten Werkes gab. Johann Sebastian Bachs Ciaccona aus BWV 1004 hat er in stürmischer Bogenarbeit sehr eigenwillig strukturiert. (u.st.)


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