Haider-Quercia legt BZÖ-Kandidatur für EU-Wahl zurück

Paulo Querica bestätigt: „Nicht nur ein Rückzug von der Spitzenkandidatur sei, sondern komplett von der BZÖ-Liste.“

Ulrike Haider-Quercia, die Tochter des 2008 verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider.
© APA/HERBERT PFARRHOFER

Wien - Ulrike Haider-Quercia, die Tochter des 2008 verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider, legt ihre Kandidatur für das BZÖ bei der EU-Wahl zurück. In einem E-Mail an die APA erklärte sie, dass sie ihre politische Linie „entgegen der internen Zusagen nicht unabhängig verfolgen konnte“. Ihr Ehemann Paolo Quercia bestätigte der APA den Rückzug.

Außerdem zeigte sich Haider-Quercia über den Ausschluss der Listenzweiten Angelika Werthmann aus der liberalen ALDE-Fraktion im EU-Parlament bestürzt.

Kritik an pro-europäischer Position

„Es gab ständig Kritik aus den eigenen Reihen, wenn ich meine unabhängige politische Richtung kundgetan habe“, begründete Haider-Quercia ihren Schritt. „ Insbesondere wurde Kritik geübt an meinen pro-europäischen Positionen und zur Sicherheitspolitik in Europa. Ich stehe daher nicht mehr als Spitzenkandidatin für die BZÖ-Liste zur Verfügung.“

Ehemann Paolo Quercia erklärte auf Rückfrage, dass das nicht nur ein Rückzug von der Spitzenkandidatur sei, sondern komplett von der BZÖ-Liste. Mehr wollte er nicht sagen. Seine Frau werde erst am morgigen Mittwoch für eine Stellungnahme zur Verfügung stehen.

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In ihrem E-Mail zeigte sich Haider-Quercia vor allem auch über den ALDE-Ausschluss Werthmanns bestürzt. Es sei dies „ein Tiefschlag für die liberalen Kräfte in Europa und in Österreich“.

„Es tut mir leid, dass das BZÖ diesen illiberalen Ausschluss nicht verhindern konnte, dessen Unbegründetheit absolut offensichtlich ist“, ließ sie wissen. „Der Ausschluss ist unter anderem auch deshalb passiert, da das BZÖ nicht bereit war, den Weg, den ich vorgegeben habe, zu gehen.“ Aus ihrer Sicht wurde nicht alles unternommen, um den Ausschluss zu verhindern. Insbesondere hätte sie sich eine Kontaktaufnahme mit der ALDE-Gruppe bzw. deren Abgeordneten gewünscht. Mit diesen hätte man das Programm und die politische Richtung des BZÖ direkt diskutieren und Aufklärungsarbeit leisten müssen.

(APA)


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