Elizabeth II. und Präsident Higgins feiern gute Nachbarschaft

Als erstes Staatsoberhaupt seines Landes hat Irlands Präsident Michael Higgins einen Staatsbesuch in Großbritannien begonnen. Königin Elisabeth II. und Prinz Philip empfingen Higgins und seine Frau am Dienstag feierlich auf Schloss Windsor.

London - Bei einem festlichen Dinner in Schloss Windsor haben die britische Königin Elizabeth II. und der irische Präsident Michael D. Higgins am Dienstagabend die neue gute Nachbarschaft zwischen beiden Ländern gefeiert. Higgins‘ Besuch zeige, dass beide Länder „gute Nachbarn“ und „bessere Freunde“ würden, sagte die Queen.

Nach den vielen „Kontroversen“ der Geschichte, deren „bedauerliche Schmerzen“ noch zu spüren seien, sei das Ziel der guten Nachbarschaft nun „in Reichweite“, sagte die Königin.

Higgins sagte zuvor vor beiden Kammern des britischen Parlaments, der lange Kampf um Unabhängigkeit, den Irland 1922 gewonnen habe, habe „unvermeidlich einen langen Schatten“ auf die Beziehungen geworfen. Doch bereits beim Besuch der Queen in Irland 2011 sei spürbar geworden, dass sich beide Seiten nun „vertrauensvoll“ und mit „gegenseitigem Respekt“ begegneten.

Higgins wurde in London von Prinz Charles begrüßt und anschließend von der britischen Königin Elizabeth II. und ihrem Mann Prinz Philip in Schloss Windsor empfangen - als erstes irisches Staatsoberhaupt seit der Unabhängigkeit seines Landes von Großbritannien.

Beim Bankett der Queen in Schloss Windsor, an dem auch Premierminister David Cameron teilnahm, saß der nordirische Vize-Regierungschef Martin McGuinness mit am Tisch. Die Einladung des früheren Anführers der katholischen Untergrundorganisation IRA ist eine Geste, die nicht von allen geschätzt wird. Dies sei ein weiterer Schlag gegen „die unschuldigen Opfer des Terrorismus“, sagte Stephen Gault, dessen Vater bei einem IRA-Anschlag 1987 getötet wurde.

Die IRA hatte drei Jahrzehnte lang gewaltsam für den Anschluss Nordirlands an die mehrheitlich katholische Republik Irland gekämpft, bevor sie 2005 offiziell die Abkehr von der Gewalt verkündete. Ihr politischer Arm Sinn Fein ist inzwischen an der nordirischen Regierung beteiligt. Während der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen London-treuen Protestanten und den nach einem vereinten Irland strebenden Katholiken in Nordirland wurden rund 3500 Menschen getötet. Seit dem Friedensabkommen von 1998 ist der Konflikt weitgehend beendet. (APA/AFP)


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