Planung für Zukunft läuft: Wacker steht vor großem Umbruch

Beim FC Wacker herrscht hektisches Treiben. Optionen, die gezogen werden oder nicht, ein neues Vorstandsmitglied und eine brisante Mitgliederversammlung sorgen für Diskussionen.

Zukunft ungewiss – die Noch-Wacker-Profis Daniel Schütz (links), Ji-Paraná und Lukas Hinterseer (rechts).
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Von Florian Madl und Wolfgang Müller

Innsbruck – Beim FC Wacker bestimmt nach dem bevorstehenden Gang in die Fußball-Zweitklassigkeit die logische Umbruchstimmung das Tagesgeschehen. Fünf Runden vor Saisonschluss der tipp3-Bundesliga stehen bei vielen Kaderspielern die Zeichen auf Abschied, auch im Umfeld des Tiroler Bundesligaklubs werden neue Weichen gestellt.

1) Abgänge: Dass Wacker-Juwel Andreas Kuen (19) nach elf Bundesligaspielen im Herbst und trotz Kreuzband­riss nicht an eine Vertragsverlängerung in Innsbruck denkt, schmerzt Präsident Josef Gunsch (39) immer noch. „Da standen wohl Managerinteressen im Vordergrund“, befand der Milser, der nach Kuens Vertragsende (Jahresende 2014) zumindest mit einer Ausbildungsentschädigung rechnen darf. Interessenten für den Ötztaler, der es bislang auf elf Bundesligaeinsätze brachte, sollen bereits vor der Tür stehen: Fast-Aufsteiger Altach hätte demnach ebenso Interesse am Talent bekundet wie Rekordmeister Rapid Wien. Praktisch fix ist nach dem Abstieg auch der Abschied von Kapitän Lukas Hinterseer (23), den das Wacker-Angebot auf Verlängerung nicht mehr interessieren wird. Abschied nehmen heißt es für Goalie Szabolcs Sáfár (39), die Legionäre Tomáš Abrahám (34), Stjepan Vuleta (20), Bright Edomwonyi (19) und Egoitz Jaio (33) sowie Christoph Saurer (28) und wohl auch für Michael Steinlechner (26) und Stipe Vucur (21), dessen Vertrag nur für die Bundesliga gilt.

Bleibt er oder geht er – der Vertrag von Christopher Wernitznig beim FC Wacker läuft mit Saisonende aus.
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2) Optionen: Ziehen oder ziehen lassen, lautet die Frage. Bei Christian Schilling wurde bereits verlängert, bei Thomas Bergmann (Interesse von Rapid) und dem U21-Teamspieler Simon Piesinger will man ziehen. Die Akte Schütz sei laut Gunsch derzeit „mehr als in der Schwebe“. Pikant: Neben Ex-Sportdirektor Oliver Prudlo halten auch die beiden Ex-Vorstandsmitglieder Franz Thurner und Kaspar Plattner Anteile am ehemaligen U21-Nationalspieler. Und mit beiden ist man sich bezüglich einer Haftungserklärung (200.000 €) uneins.

3) Fragezeichen: Mit den Legionären Ji-Paraná und Zeljko Djokic wurden gespräche geführt, Antworten stehen noch aus. Ebenso bei Christopher Wernitznig, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Roman Wallner erbat sich Bedenkzeit.

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4) Fan-Stimmen: Bei einer Mitgliederversammlung am 15. April im VIP-Bereich des Tivoli-Stadions will der Wacker-Vorstand in manchen Bereichen für Aufklärung sorgen. Ex-Obmann Gerhard Stocker fungiert dabei als Moderator, ein Fragebogen dient als Leitfaden. „Wir haben einen guten Draht zu den Mitgliedern“, ist sich Präsident Josef Gunsch sicher. Und dennoch formiert sich im Hintergrund eine Fan-Gruppierung, die künftig näher am Vorstand sein will und Informationen damit vorzeitig bezieht.

Der Schwazer Alex Gründler soll am Samstag in Ried stürmen.
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5) Vorstandsmitglied: Durch den Abgang von Georg Hetzenauer – der Geschäftsführer eines Veranstaltungsunternehmens zeichnete für den Vertrieb verantwortlich – ergab sich in der Führungsriege eine Lücke. Die soll künftig Christof Bader füllen, ein Personal- und Unternehmensberater aus Schwaz, der im Tiroler Fußball noch nicht aufgefallen ist. Der einzige Makel des neuen Mannes: Zuletzt war der 40-Jährige kein Vereinsmitglied, aber das wurde behoben.

6) Spielpraxis: In den ausstehenden fünf Saisonspielen sollen jene Wacker-Profis verstärkt zum Einsatz kommen, mit denen man auch die Zukunft plant. Heißt für Alex Gründler, dass er am Samstag gegen die SV Ried stürmen wird. Pech, dass Armin Hamzic verletzt ist und Kevin Nitzlnader nach der Gelb-Roten Karte letztes Wochenende bei den Amateuren gesperrt ist.


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