Esperanza: Die Hoffnung in Bolivien stirbt zuletzt

Aus einer Hochzeitsfeier in Bolivien wurde eine mittlerweile umfassende Hilfsaktion für Straßenkinder. Am Palmsonntag ist Osterbasar.

Von Hubert Daum

Imst, Bolivien –Der Einzug Jesu Christi am Palmsonntag in Jerusalem ist ein Synonym für Hoffnung, Palmen waren im Mittelmeerraum ein Sinnbild des Lebens und des Sieges. An Sieg denkt auch die Imster Familie Hofbauer seit 2007, nämlich im Kampf gegen das Elend der Straßenkinder in Bolivien.

Sohn Johannes arbeitete im dortigen Hochland als Sozialarbeiter mit Straßenkindern, fand seine Liebe und lud seine Familie zur Hochzeit. „Die Begegnung mit dem Elend der von Verwahrlosung, Ausbeutung und Misshandlung verwundeten jungen Menschen war bedrückend“, erinnert sich Walter Hofbauer, „wir hatten das Bedürfnis, etwas zu tun.“ Gemeinsam mit einigen Freunden entstand die Bereitschaft zu helfen, 2008 wurde der Verein „Initiative Esperanza“ (span. Hoffnung) gegründet.

„In Bolivien werden immer mehr Frauen mit ihren Kindern vom Partner verlassen. Da es in diesem Land keine soziale Absicherung gibt, gleiten viele dieser Mütter in extreme Armut ab“, beschreibt der Vereinsobmann das zentrale Problem, „deren Kinder möchten wir vom Schicksal Straßenkind bewahren.“ Die gewachsene Initiative betreut mittlerweile rund 50 Familien, konnte eine einheimische Psychologin anstellen und fand Projektpartner. Mit Spendengeldern und Erlösen von Produktverkäufen auf Märkten möchte man den ärmsten Familien unter die Arme greifen.

„Im Vorjahr haben wir eine neue Idee geboren“, schildert Johannes Hofbauer, Sozialarbeiter vor Ort, „bisher haben wir die Verkaufsprodukte auf verschiedenen Märkten erworben. Nun sollen die Mütter Schals, Mützen, Socken und einiges mehr selbst anfertigen. Meine Frau Maria vermittelt die Fertigkeiten, die Utensilien wie Wolle oder Stricknadeln können von Tiroler Spendengeldern gekauft werden.“ Die Initiative verwaltet mittlerweile ein Jahresbudget von 25.000 Euro. Um dieses zu nähren, setzt Esperanza Hoffnung auf den Osterbasar am Palmsonntag vor dem Pflegezentrum Gurgltal. Zwischen 10 und 17 Uhr werden liebevoll gestaltete Handarbeiten auch aus Bolivien für Haus und Garten angeboten. Die HTL Innsbruck präsentiert in diesem Rahmen eine Ausstellung zum Thema „Straßenkinder“.

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