Trotz verpasstem Wunder feiert Dortmund seine CL-Helden

Die knapp verpasste Sensation gegen Real Madrid rief bei Dortmund gemischte Gefühle hervor. Chelsea konnte sich beim Last-Minute-Aufstieg einmal mehr auf seine Heimstärke verlassen.

Manuel Friedrich, Roman Weidenfeller und Kevin Großkreutz schrammten mit Dortmund knapp an der Sensation vorbei.
© Reuters

Dortmund – Noch Minuten nach dem Abpfiff feierten die Dortmund-Fans ihr Team. „Die Atmosphäre war unglaublich, das war außergewöhnlich“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem packenden Match gegen Real Madrid. Für das ersehnte Fußball-Wunder reichte es am Dienstag zwar nicht, doch mit dem völlig verdienten 2:0-Heimsieg verabschiedete sich der Vorjahresfinalist mit Bravour im Champions-League-Viertelfinale.

„Ich bin hin- und hergerissen. Wir haben einen Abend hingelegt, den man nicht so schnell vergisst“, sagte Dortmund-Verteidiger Mats Hummels und betonte: „Wir hätten eine der größten Sensationen der Fußballgeschichte hinlegen können. So war es einfach nur ein geiler Abend, der ein bisschen traurig endet.“ Trotz einer 2:0-Führung zur Halbzeit und mehrerer Großchancen reichte es für den BVB nach der 0:3-Niederlage im Hinspiel nicht mehr zum Einzug ins Halbfinale.

Ancelotti mit Ergebnis, aber nicht mit Team zufrieden

Der überragende DFB-Teamspieler Marco Reus hatte mit zwei Treffern (24., 37. Minute) die Fans lange von der Sensation träumen lassen. Doch auch ohne Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der wegen einer leichten Knieblessur nur auf der Bank saß, verteidigte Real das Ergebnis und erreichte trotz einer enttäuschenden Vorstellung zum vierten Mal en suite das Semifinale der Königsklasse.

„Wir sind glücklich, im Halbfinale zu stehen, allerdings nicht mit der Art und Weise, wie wir dieses Ziel realisiert haben“, sagte Real-Trainer Carlo Ancelotti, der sich vor allem über den vergebenen Elfmeter von Angel di Maria in der 17. Minute ärgerte. „Das Spiel wäre anders gelaufen, wenn wir diesen Elfer verwertet hätten. Für mich war das die Wende in diesem Match, weil der Gegner dadurch Mut schöpfte und es uns danach an Selbstvertrauen fehlte. Es war beängstigend. Wir mussten deshalb bis zum Ende leiden.“ Positiv hob Ancelotti nach seinem 50. Match auf der Trainerbank der „Königlichen“ lediglich die Leistung von Tormann Iker Casillas hervor.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival
Joker Demba Ba erzielte in der 87. Minute den erlösenden Treffer für Chelsea.
© EPA

Im Gegensatz zu Dortmund schaffte Chelsea nach dem 1:3 im Hinspiel mit einem 2:0-Heimerfolg über Paris Saint-Germain noch den Aufstieg. Matchwinner für die Londoner war Demba Ba mit seinem Tor in der 87. Minute, nachdem Andre Schürrle das 1:0 (32.) erzielt hatte. Chelseas Aufstieg war verdient, wieder einmal konnten die „Blues“ ihre Heimstärke in die Waagschale werfen. Zum neunten Mal in Serie blieb das Team von Startrainer Jose Mourinho in einem Pflichtspiel an der Stamford Bridge ohne Gegentor. Zuletzt kassierte man im eigenen Stadion am 19. Jänner einen Treffer.

Chelseas Joker stachen

Der deutsche Teamspieler Schürrle war überraschend bereits in der 18. Minute eingewechselt worden, da Eden Hazard mit einer Wadenverletzung ausgeschieden war. Der Belgier fällt laut Club-Angaben zumindest 15 Tage aus, womit er auch das Halbfinal-Hinspiel versäumen würde. Mit Ba, der in Minute 66 für Frank Lampard gekommen war, traf auch noch ein zweiter „Joker“. „Ich bin froh, dass ich uns erlöst habe“, frohlockte der senegalesische Internationale. „Ich freue mich für ihn, er ist ein guter Bursche, ein vorbildlicher Profi und ein echter Teamplayer“, betonte Mourinho, der als erste Trainer die Champions League mit drei verschiedenen Clubs (bisher mit FC Porto und Inter Mailand) gewinnen kann.

Paris St. Germain wurde für seine Passivität bestraft. Der Leader der Ligue 1 beschränkte sich zu stark auf das Verwalten des Vorsprungs aus dem Hinspiel. Er kam erst in den letzten 20 Minuten zu ernsthaften Torchancen. Die Absenz des verletzten Star-Stürmers Zlatan Ibrahimovic wog schwerer als erwartet. Für die Pariser war es die erste Niederlage nach elf Pflichtspielsiegen. „Chelseas Erfahrung hat den kleinen, aber entscheidenden Unterschied ausgemacht“, erklärte PSG-Trainer Laurent Blanc. (APA)


Kommentieren


Schlagworte