Ein Fundament, das auf Gemeinsamkeit aufbaut

Bis zu 35 Mio. Euro sollen in die Revitalisierung des Gevierts Knoller-, Hörmann- und Hunoldstraße fließen. Die Bewohner reden fleißig mit.

Innsbruck –Abgewohnt, desolat und teils nur Substandard: Die 246 Wohnungen der gemeinnützigen Wiener Wohnbaugesellschaft bwsg haben schon bessere Zeiten erlebt. Ungeachtet dessen sind sie vielen der dortigen Mietern ans Herz gewachsen. Doch die bwsg will umfangreich sanieren und gleichzeitig an die 200 neue Wohnungen bauen. Aus dieser Rechnung ergibt sich, dass ein Teil des Altbestands abgerissen werden muss. Also jede Menge Konfliktpotenzial, das sich da im Innsbrucker Geviert zwischen Knoller-, Hörmann- und Hunoldstraße ansammeln könnte.

Tut es aber nicht. Zumindest nicht im großen Stil. Zusammen mit Planungsstadtrat Gerhard Fritz legte bswg-Vorstandsvorsitzender Wilhelm Haberzettl die Pläne für die Erneuerung und Erweiterung des Gevierts der Öffentlichkeit vor. Es fußt auf den siegreichen Plänen von Architekt Stefan Schusterschitz – wie Fritz es formulierte – Teil der Nachwuchsgeneration der etablierten Innsbrucker Architektenszene. 37 Bewerber hatten sich für diesen zweistufigen Architektenwettbewerb gemeldet.

Nachdem die Wohnfläche auf diesem Areal um knapp 50 Prozent wachsen soll, stand eine behutsame Vorgehensweise im Vordergrund. Herausgekommen sind zwei L-förmige Blöcke, die sich dem Altbestand moderat annähern, und das Hochhaus – bisher als Fremdkörper wahrgenommen – zu integrieren versuchen. Letzteres soll sowohl an der Fassade als auch im Inneren eine Sanierung erfahren. Eine Tiefgarage mit 200 Stellplätzen ist geplant.

Sämtlichen Plänen zugrunde liegt das Einverständnis – zumindest eines Großteils – der bisherigen Mieter. Acht gewählte Vertreter saßen sogar in der Jury in beratender, aber nicht stimmberechtigter Funktion. Dem zuvor ging ein moderierter, professioneller Beteiligungsprozess, der jedoch noch immer nicht abgeschlossen ist. Auch in den folgenden Monaten würden die Pläne unter Einbeziehung der Betroffenen bis ins Detail verfeinert, sagt Haberzettl. Daher könne ein Baustart erst 2015 angegangen werden. Je nach Ausgestaltung bewege sich der Kostenrahmen „zwischen 15 und 35 Millionen Euro“.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

„Wir haben viel Kopfweh gehabt“, sagt Anrainervertreter Josef Muigg. Auch das Siegerprojekt bringe Belastungen, greife aber „am wenigsten in die Anlage ein“. Für Fritz ist diese Mieterbeteiligung beispielgebend. Und stehe bei der Konkurrenz unter genauer Beobachtung. (mami)


Kommentieren


Schlagworte