Nicht nur ein Pixel: Waisenkind blickt Drohnenkriegern ins Gesicht

Für US-Drohnen-Operateure wirken ihre Bombardements in Pakistan wie ein Computerspiel. Mit dem gigantischen Poster eines Kindes, das durch einen Angriff seine Familie verloren hat, will ein internationales Künstlerkollektiv den ausführenden Militärs ihr grausames Werk vor Augen führen.

Islamabad - Mit ihren Kampfdrohnen töteten die USA allein in Pakistan im letzten Jahrzehnt mehr als 3500 Menschen, bei mehr als 950 Opfern soll es sich um Zivilisten gehandelt haben. Jene Militärs, deren Aufgabe es ist den Bombenauslöser zu drücken, sitzen in Kommandozentralen in ihrer amerikanischen Heimat. Sie sehen nicht viel mehr als einen Pixel auf der Landkarte, wenn sie einen mutmaßlichen Extremisten im Visier haben.

Dieses anonyme Töten steht im Fokus des Projekts eines internationalen Künstlerkollektivs. Unter dem Titel „Not A Bug Splat“, was soviel bedeutet wie „nicht nur ein zerdrückter Käfer“, wurde in der Kyhber-Region im Nordwesten Pakistans ein überdimensionales Poster eines Kindes in einem Feld platziert, das seine Familie durch einen Drohnenangriff verloren hat.

Ziel ist es, Empathie, Verantwortungs- und Schamgefühle bei den ausführenden Drohnen-Operateuren auszulösen und zudem die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf den illegalen Drohnenkrieg zu lenken. Das großflächige Porträt des Kindes wurde so angelegt, dass es von Satellitenkameras erfasst wird und in aktualisierten Versionen von Kartendiensten wie etwa Google Maps sichtbar wird. (siha)

Zur Website des Projekts: http://notabugsplat.com

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