Land setzt in Gries auf Information

LR Christine Baur verteidigt den Plan, in Gries ein Flüchtlingsheim einzurichten. Heftige Kritik kommt von den Freiheitlichen.

Der Gemeinderat in Gries am Brenner muss sich mit einer massiven Kostenüberschreitung beim Schulneubau beschäftigen.
© Paumgartten

Von Nikolaus Paumgartten

Gries a. Br. –Von einer „sehr schönen Unterkunft, die bald bezogen werden könnte“ spricht die für das Flüchtlingswesen in Tirol zuständige Landesrätin Christine Baur (Grüne) im Zusammenhang mit jenem Objekt in Gries am Brenner, das dem Land zur Miete angeboten wurde. Wie berichtet, sollen in einem ehemaligen Herbergsbetrieb, der inzwischen zu einem Wohnhaus umgebaut worden ist, künftig 50 Flüchtlinge in neun Wohnungen eine neue Bleibe finden. Allerdings werde das nicht über die Köpfe der Bevölkerung hinweg passieren, betont LR Baur gegenüber der TT. Sowohl die Gemeindeführung als auch die Bürgerinnen und Bürger würden in die Entscheidung mit eingebunden.

Baur zweifelt jedoch nicht daran, dass Gries ein guter Ort für das Flüchtlingsheim wäre: „Wenn sich die Leute erst einmal untereinander kennen, werden sich die Sorgen als unbegründet herausstellen.“

Dass nun von Gegnern und Skeptikern ein Zusammenhang zwischen dem geplanten Aus des Polizeipostens mit Ende des Jahres und dem möglichen neuen Flüchtlingsheim hergestellt wird, lehnt Baur ab: „Wir reden hier von Menschen, die eine Unterkunft suchen und nicht von einer Gefahrenquelle.“

Doch genau in dieses Horn stößt die FPÖ in einer Aussendung. „Weg mit Polizeidienststellen, also Exekutivbeamte raus – her mit Asylantenheimen, also Asylanten rein – lauten die Regierungsprogramme der rotschwarzen Bundes- und der schwarzgrünen Landesregierung“, kritisieren FP-NR Peter Wurm und Klubobmann LA Rudi Federspiel. So etwas könne wohl nur einer linksgrünen Landesrätin einfallen.

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SP-Sicherheitssprecher LA Georg Dornauer macht sich für den Erhalt des Polizeipostzens in Gries stark: „Als SPÖ werden wir keine unbegründeten Ängste schüren, dennoch nehmen wir die Sorgen und Bedenken der Gemeindebürger ernst“, erklärt er.

Günther Egger, der das Objekt, in dem die Flüchtlinge untergebracht werden sollen, 2012 gekauft und saniert hat, kann die aktuelle Aufregung nicht nachvollziehen: „Ich bin überzeugt davon, dass die Bevölkerung eine Bereicherung erfährt und in kurzer Zeit stolz auf ihre soziale Einstellung sein kann, wie schon einige Tiroler Gemeinden auch, die erfolgreich solche Projekte umgesetzt haben.“ Er würde sich jedenfalls wünschen, dass die Angelegenheit mit Respekt vor den betroffenen Familien abgehandelt wird und nicht fadenscheinige Argumente ins Spiel gebracht werden, die nur dazu führen, dass ein völlig verzerrtes Bild geschaffen wird.


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