Glücksspiel-Rekord, aber Verlust wegen Argentinien

Mehr als 3,5 Mrd. Euro Umsatz melden Lotterien und Casinos Austria, so viel wie noch nie. Der Staat kassierte 530 Mio. Euro an Steuern.

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Wien –Insgesamt 3,52 Mrd. Euro setzte die gesamte Gruppe im Vorjahr um, das waren 2,5 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2012. Zu verdanken war dies erneut den Lotterien, die erlösmäßig erstmals die 3-Milliarden-Euro-Marke knackten (3,05 Mrd. nach 2,96 Mrd. Euro). Wobei hier schon lange nicht mehr die klassischen Lottoscheine die Umsatztreiber sind, sondern das Online-Zocken und zunehmend auch die Automaten in den WinWin-Salons. Die zu den Lotterien gehörende Internettochter win2day wuchs um 5 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro, die Automatenhallen um ein Fünftel auf 551,2 Mio. Euro. Mit dem „normalen“ Lotto dagegen erlöste der Konzern im Vorjahr nur noch 572,9 nach 609,6 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss der Lotterien schrumpfte von 48,9 Mio. auf 39 Mio. Euro.

Beliebter war im „Glücksjahr“ 2013 der Gang ins Casino, so wurde ein Gästeplus von 1,7 Prozent auf 2,36 Millionen Menschen verzeichnet. Das Casino Innsbruck etwa verzeichnete 205.000 Gäste und erwirtschaftete einen Umsatz von 23 Mio. Euro. Allerdings knauserten die Besucher und sie haben auch mehr gewonnen. Allein der mindestens mit einer Million Euro dotierte „Mega Million Jackpot“ wurde fünfmal geknackt.

Die Umsätze der zwölf Spielbanken in Österreich gingen von 264,8 Mio. auf 253,9 Mio. Euro zurück. Das Betriebsergebnis sackte von 16,1 Mio. auf 4,6 Mio. Euro ab und das EGT rutschte nach plus 65,1 mit minus 54,6 Mio. Euro tief in die Verlustzone.

Der Jahresfehlbetrag belief sich auf minus 53,7 Mio. – nach einem Überschuss von 67 Mio. Euro im Jahr davor. Grund für das Minus war die Geldspritze für die Auslandstochter Casinos Austria International (CAI) mit ihren 35 Spielstätten. Diese konnten die Besucherzahl um 2 Prozent auf knapp 6 Millionen steigern, die Schließungen der Betriebe in Argentinien zogen aber einen Wertberichtigungsbedarf von 45 Mio. Euro nach sich. Die Casinos mussten die CAI abwerten und Rückstellungen bilden. Für Generaldirektor Karl Stoss war es „ein Jahr der großen Herausforderungen mit dem ganz großen Wermutstropfen Argentinien“. Größter Gewinner der Glücksspiele war der Staat, der 530 Mio. Euro an Steuern und Abgaben kassierte. (TT, APA)

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