Zwei Schulregionen stellen ihre Mobilität unter Beweis

Im Bezirk Landeck ist schulische Tagesbetreuung nicht überall möglich. Neuer EU-geförderter Hol- und Bringdienst hat sich voll bewährt.

Von Helmut Wenzel

Prutz, Landeck –Auslöser für das neue Pilotprojekt war der Anruf einer Mutter aus Kaunerberg. „Sie hat mir erzählt, sie möchte ihr Kind in der Volksschule gerne ganztägig betreut haben. Dann könnte sie auch nachmittags berufstätig sein“, schilderte Ingrid Handle, damals Bezirksschul­inspektorin, seit heuer Landesschulinspektorin (LSI). „Das Problem war nur, dass Tagesbetreuung in unseren kleinen Dörfern nicht angeboten werden kann.“ Doch so schnell warf Handle die Flinte nicht ins Korn. Zudem stellte sich heraus, dass die Situation der Mutter im Bergdorf kein Einzelfall ist.

Die etwas größere Volksschule in Prutz bietet Tagesbetreuung auf Wunsch vieler Eltern seit 2006 an. Könnten da nicht Kinder aus der Region aufgenommen werden? „Ja“, sagten der Prutzer Bürgermeister Walter Gaim und Volksschuldirektorin Ruth Mangott. So entstand die Lösung mit dem Hol- und Bringdienst, den es heuer erstmals gibt. Koordinator ist das Regionalmanagement regioL mit Projektleiterin Waltraud Handle: „13 Kinder nehmen bisher den Dienst in Anspruch. So konnten einige Mütter wieder ins Erwerbsleben einsteigen.“

Sie könne die „tolle regionale Lösung“ nur weiterempfehlen, betonte Landesrätin Beate Palfrader, „weil sie ein Beitrag für mehr Familienfreundlichkeit ist“. Sie sei überzeugt, dass es weiteren Bedarf für derartige Mobilitätsförderung gibt.

Das Projekt sei vor allem deswegen gelungen, weil die Region an einem Strang ziehe, stellte LSI Handle fest, die sich bei allen Partnern bedankte. Neben der Pilotregion Prutz mit Kauns, Kaunerberg, Fendels, Ried und Tösens gibt es die Tagesbetreuung inklusive Mobilitätsförderung auch an der Volksschule Landeck-Bruggen mit Grins, Stanz, Tobadill und Pians.

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Die jährlichen Kosten liegen derzeit bei 10.000 Euro, 80 Prozent wird mit Fördermitteln im Rahmen des Leader-projekts „ProFit“ (Pro Familie im Tourismus) abgedeckt, die restlichen 20 Prozent teilen sich die Gemeinden nach Anzahl der Kinder, die den Mobilitätsdienst in Anspruch nehmen. Bürgermeister Gaim bemerkte: „Man sollte hier nicht die Frage nach der Rentabilität stellen. Eine Investition für unsere Kinder lohnt sich immer.“


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