Vom Schauspieler zur Legende: Charlie Chaplin wird 125

Er war Hollywoods erster Star und prägte die Stummfilm-Ära wie kein anderer. Charlie Chaplin schrieb im 20. Jahrhundert ein Stück Filmgeschichte. Vor 125 Jahren (am 16. April 1889) wurde Charlie Chaplin geboren.

New York – Sein Leben ist der erfüllte amerikanische Traum. Aufgewachsen in Londoner Armenhäusern, erlangte Charles Spencer Chaplin, so sein bürgerlicher Name, mit seinen Werken weltweiten Ruhm. Dabei war seine Kindheit alles andere als rühmlich. Sein Vater trank sich zu Tode, als er zwölf Jahre alt war. Die Mutter war psychisch krank.

Mit Zweifingerbart zur Filmikone

Im Alter von fünf Jahren stand Chaplin das erste mal auf einer kleinen Bühne. Unfreiwillig, da er als Ersatz für seine Mutter auftreten musste. Charlie Chaplin selbst bezeichnete diesen Moment als „Beginn seiner Karriere und das Karriereende seiner Mutter“.

Einige Jahre spielt Chaplin bei einer Wanderbühne als Pantomime. Als 24-Jähriger wird ihm nach einer Aufführung der Truppe in New York ein Vertrag für Filmrollen angeboten - ein Star wurde geboren. Mit Gehstock, Zweifingerschnurrbart, zu weiter Hose, enger Jacke, übergroßen Schuhen und Melone auf dem Kopf wurde er in seiner Rolle als „The Tramp“ (1915) zur Filmlegende und Marke zugleich.

Alleskönner des Kinos, 92 Werke

Chaplin wollte sein eigener Herr sein. Er gründete das Studio „United Artists“ und wurde vom Vertragsschauspieler zum Regisseur, Autor, Cutter, Komponist und Produzent.

Mit „Ein Hundeleben“ und vor allem „The Kid“ rührte er Millionen zu Tränen. Mit „Der Zirkus“, „Lichter der Großstadt“ und „Moderne Zeiten“ drehte er drei Filme hintereinander, die viele Kritiker noch heute zu den größten Werken der Filmgeschichte zählen. Es waren noch Stummfilme, als die ganze Welt schon nach „Talkies“ schrie. Als Chaplin selbst einen Tonfilm machte, gelang ihm mit „Der große Diktator“ eine der brillantesten Filmsatiren der Kinogeschichte.

Insgesamt gibt es 92 Filme von und mit Charlie Chaplin. Er erhielt zwei Ehren-Oscars. 1929 für sein Wirken in „Der Zirkus“ und 1972 für sein Lebenswerk.

Skurrile Liebschaften

Neben seinem Künstlerdasein war Chaplin viermal verheiratet und hegte eine ungewöhnlich Vorliebe für sehr junge Damen. Zweimal war er mit 16-jährigen Mädchen verheiratet. Mit 54 Jahren schloss er mit der 18-jährigen Ooana O Neill zum letzten Mal den Bund der Ehe. Insgesamt hat Charlie Chaplin 11 Kinder.

Mit Ooana lebt Chaplin bis zu seinem Tod zusammen. Am 25. Dezember 1977 stirbt er in der Schweiz. Einige Monate nach seinem Begräbnis wird sein Leichnam aus der Grabstätte gestohlen. 35 Jahre später wurden zwei Requisiten in Los Angeles für 50.000 Euro versteigert. Es waren ein Hut und ein Stock, die der kleine Tramp in „Moderne Zeiten“ getragen hatte. (tst, tt.com, dpa)


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