Im Angesicht Ihrer Majestät

Vor allem als Bergtour im Sommer ist die Serles vielen bekannt. Aber auch als Frühjahrstour ist der „Hochaltar Tirols“ gut machbar. Auf die Skiabfahrt vom Gipfel muss man derzeit allerdings verzichten.

© strasser

Matrei am Brenner –Seit Jahrtausenden blickt die steile und schroffe Nordwand der Serles in die Landeshauptstadt nach Innsbruck. Mächtig und imposant thront sie wie eine Majestät hoch über dem Eingang zum Stubaital. Aufgrund ihres dreistufigen Aufbaus trägt sie deshalb zu Recht den Beinamen der „Hochaltar Tirols“.

Wer zum ersten Mal die Serles von Innsbruck aus sieht, der glaubt es kaum, dass es überhaupt möglich ist, sie zu besteigen. Doch der Schein trügt. Von Süden aus, also von hinten, ist der Gipfel nämlich mit seinen weiten Hängen in mäßiger Schwierigkeit gut zu bezwingen. Gerade deshalb gehört die Serles in den Sommer- und Herbstmonaten zu jenen Bergzielen im Wipptal, die am häufigsten besucht sind. Vor allem als traumhafte Sonnenaufgangstour ist die Serles weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Doch nicht nur zur schneefreien Zeit hat sich der Gipfel längst als Klassiker etabliert. Speziell im Frühjahr ist die Serles immer eine Skitour wert. Auch jetzt noch.

Ausgangspunkt der Frühjahrstour ist bei der Ochsenalm, etwa 700 Meter unterhalb des Wallfahrtsortes Maria Waldrast. Die Park- möglichkeiten hier sind allerdings begrenzt. Derzeit muss man die Skier etwa zwei Minuten tragen, bevor man dem Weg (Langlaufloipe) rund 700 Meter Richtung Südwesten folgt. Gerade geht’s zur Kesselspitze, rechts hinauf zum Serlesjöchl und letztendlich weiter zum Gipfelkreuz der Serles.

Zuerst durch den Wald, später durch ein Latschenfeld und durch eine Rinne in einer ersten Steilstufe bis in den Ausläufer eines Kars, wo man auf den Sommerweg trifft. Weiter führt die Route unschwierig, und mit noch einer kompakten Schneedecke versehen, in einer weiten Mulde zwischen Lämpermahdspitze (links) und Serles (rechts) hinauf zum Serlesjöchl (2384 m). Von hier geht’s 330 Höhenmeter zum Gipfel. Gleich wie im Sommer, nämlich zu Fuß. Am Anfang des Gipfelhanges ist eine leichte Felskletterei erforderlich, die jedoch mit Drahtseilen versichert ist.

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Die Abfahrt vom Gipfel ist momentan nicht mehr möglich, und deshalb empfiehlt es sich, die Skier zum Gipfel erst gar nicht mitzunehmen. So obliegt die Entscheidung jedem selbst, ob man die Tour beim Serlesjöchl beendet oder mit den Tourenschuhen hinauf zum Gipfel stapft. Die traumhaften Hänge vom Serlesjöchl bis hinunter zum Latschenfeld bieten derzeit noch immer ein herrliches Firnvergnügen. Und auch das Latschenfeld stellt trotz der mageren Schneeverhältnisse derzeit kein Problem dar. Wer jedoch die Strapazen eines Gipfelsturmes in Angriff nimmt, der wird mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Olperer, Fußstein im Osten oder die hohen Spitzen der Stubaier Alpen sind zum Greifen nahe.

Im Prinzip ist die Serles eine mäßig schwierige Tour, zumindest bis zum Serlesjöchl. Wichtig ist allerdings, dass man frühzeitig aufbricht, denn die Morgensonne lässt die Schneedecke bald erwärmen und somit die Lawinengefahr steigen. Nur wer sich gegen 10.30 Uhr in die Abfahrt schwingt, der kommt noch in den Genuss eines Firns.

Den Einkehrschwung im Servitenkloster (Maria Waldrast) hat man sich so oder so verdient. Ob man am Gipfelkreuz der Serles stand oder die Tour am Serlesjöchl beendete. Übrigens: Ab heute ist die sechs Kilometer lange Mautstraße (5 Euro) von Matrei bis hinauf zur Wallfahrtskirche wieder gebührenpflichtig. Wen allerdings die Mautgebühren abschrecken, der sollte einen Blick in die Speisekarte im Gasthaus Maria Waldrast werfen. Kuchen und Kaffee gibt’s ab 14 Uhr für nur drei Euro, ein Mittagsmenü mit Getränk ist für lukrative 5,90 Euro zu haben. (flex)

Serles (2717 m)

Ausgangspunkt: Ochsenalm (knapp unterhalb des Wallfahrtsortes Maria Waldrast, Matrei am Brenner). Wenig Parkmöglichkeiten. Mautstraße (5 Euro) ab heute gebührenpflichtig.

Daten : 700 Meter von der Ochsenalm Richtung Südwesten – weiter nach rechts (Richtung Westen) durch den Wald und das Latschenfeld hinauf in das weite Kar – Aufstieg (Westen) vom Kar zum Serlesjöchl und der Gipfelanstieg (Süd) erfolgt wie im Sommer. Derzeit ist die Abfahrt vom Gipfel nicht möglich. Ab dem Serlesjöchl bis kurz vor die Ochsenalm herrschen recht gute Bedingungen. Aufstieg : bis zum Serlesjöchl: 800 hm (Gehzeit ca. 2 Std.). Vom Serlesjöchl zum Gipfel: 330 hm (Gehzeit ca. 1 Std.). Einkehrschwung: Maria Waldrast (geöffnet ab 8.30 Uhr). Schwierigkeitsgrad: bis zum Serlesjöchl (mittel), ab dort schwierig. Lawinengefahr: Infos über www.lawine.at bzw. die App Lawine Tirol.


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