Hypo: Verlust 2013 bei 2,7 Mrd. Euro

Die vorläufigen und untestierten Verlustzahlen teilte die Bank am Donnerstagmittag ad hoc mit. Die endgültigen Zahlen werden erst nach dem Aufsichtsrat am Mittwoch, dem 16. April, veröffentlicht.

Das Logo der Hypo Alpe-Adria Bank in Klagenfurt.
© APA/BARBARA GINDL

Wien/Klagenfurt - Riesige Abschreibungen und Wertberichtigungen haben den Verlust der staatlichen Problembank Hypo Alpe Adria in die gefürchteten Höhen katapultiert. Nach vorläufigen Zahlen wird für 2013 ein Konzernverlust von 1,9 Mrd. Euro erwartet. Im Einzelabschluss der Bank liegt der Abgang bei rund 2,7 Mrd. Euro. Hier sind die rund eine halbe Milliarde schweren Balkan-Banken-Abschreibungen enthalten.

Die vorläufigen und untestierten Verlustzahlen teilte die Bank am Donnerstagmittag ad hoc mit. Die endgültigen Zahlen werden erst nach dem Aufsichtsrat am Mittwoch, dem 16. April, veröffentlicht. Pflichtgemäß teilte die Hypo dabei auch mit, dass es weiter keine Zinszahlungen auf Hybrid- und Ergänzungskapital geben wird. Das hatte aber ohnedies niemand erwartet. Zudem geht die Bank davon aus, dass das zuletzt noch ausstehende Ergänzungskapital (60 Mio. Euro) weg ist; also aus heutiger Sicht ein „gänzlicher Ausfall für den Investor festzustellen ist“. Darauf habe die Bank schon im Jahresfinanzbericht 2012 hingewiesen.

Das bisher eingeschossene Staatsgeld - auch die „Dezember-Tranche“ - war jetzt schon wieder aufgebraucht. Mit dem gestrigen Beschluss der Hauptversammlung, wonach der Bund weitere 750 Millionen Euro zur Bilanzierung für 2013 nachschießt, kann die Bilanz geschlossen werden. Der Bund deckte mit der Kapitalerhöhung das jüngste Kapitalloch zu. Damit ist die Bank nicht mehr unterkapitalisiert, den regulatorischen Vorschriften wird wieder entsprochen.

Spindelegger will Gläubiger beteiligen

Nahezu noch einmal so viel wird die Bank in den nächsten Monaten brauchen, um bis zur Installation der staatlichen „Bad Bank“ (Abbaugesellschaft) im September über die Runden zu kommen. Das Konstrukt soll bei der ÖIAG bzw. bei deren Bankenbeteiligungstochter Fimbag angesiedelt sein. In der Bank geht man weiter davon aus, dass die Abbauverluste noch bis zu 4 Mrd. Euro betragen dürften. Am Finanzplatz halten sich aber hartnäckige Schätzungen, dass das Verlustpotenzial aus dem Abbau jenseits der 10 Mrd. Euro liegen wird.

Die Bank musste 2013 weitere teure Abschreibungen auf die Balkantöchter vornehmen, aber auch Geld für Italien-Leasingkreditprobleme nachschießen. Die Bilanz 2013 war der letzte Jahresabschluss, bevor die seit Ende 2009 notverstaatlichte Bank heuer im September in eine Abbaugesellschaft ohne Banklizenz und in eine Verkaufseinheit (Balkan-Banken) zerteilt wird. Die Südosteuropatöchter müssen nach EU-Vorgaben bis spätestens Mitte 2015 verkauft sein. Im Finanzministerium war zuletzt davon die Rede, dass man noch heuer verkaufen will.

Das teure Hypo-Debakel war am Mittwochnachmittag Thema eines Sonder-Finanzausschusses. Dort hat Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) bekräftigt, „auf jeden Fall“ Gläubiger und Alteigentümer an den Kosten der Abwicklung beteiligen zu wollen. Mit Kärnten will er bis Juni Klarheit dazu. Von der Forderung, dass Kärnten 500 Mio. Euro liefern muss, rückt der Minister nicht ab - bloß über das Wie und Wann ist er gesprächsbereit. Im Licht der jüngsten europäischen Beschlüsse für ein Bail-in bei Bankenabwicklungen lässt er zudem einen Haircut für Nachrangkapital prüfen. (APA)


Kommentieren


Schlagworte