Tradition verbindet nicht immer

Turbulenter Westliga-Schlager zwischen Wacker und Austria Salzburg (morgen, 17 Uhr).

Von Florian Madl

Innsbruck –80 Polizisten, 40 Ordner. Und das, um die Sicherheit aller 600 bis 800 Salzburger Zuschauer, daneben aller 200 bis 300 Tiroler Fans zu gewährleisten. So liest sich in Zahlen ausgedrückt der anstehende Westliga-Schlager zwischen den Wacker Innsbruck Amateuren und Austria Salzburg. In Sachen Tradition liegen die Innsbrucker vorne (Gründungsjahre 1913 bzw. 1933), aber Tradition verbindet ohnehin nicht, im Gegenteil:

Am Samstag (17 Uhr) soll es für manche im und vor allem um das Tivoli um mehr als nur um Punkte gehen, auch Ausschreitungen stehen im Raum. Derzeit liegen die Violetten aus Salzburg im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga vier Punkte vor den Grün-Weißen aus Wattens, die Schwarzgrünen aus Innsbruck könnten das beeinflussen. Wacker-Trainer Thomas Grumser bleibt angesichts der Situation gelassen: „Für uns ist es toll, vor vielen Leuten im Stadion zu spielen.“ Ob er auf die Hilfe eines Profis der ersten Mannschaft hoffen darf, wusste er gestern noch nicht.

Max Laimer, der Sicherheitsverantwortliche von Wacker Innsbruck, hat sich mit den Eckdaten des Hochrisikospiels auseinanderzusetzen, die Blockverteilung ist klar: „Wir haben nur zwei Sektoren geöffnet. Die Nordtribüne für die Tiroler Fans, die Südtribüne für die Salzburger.“ Schenkt man den Foren Glauben, so könnten sich auch abseits des Tivoli-Rasens Zweikämpfe entwickeln, Wacker-Präsident Josef Gunsch kalmiert jedoch: „Meistens wird nicht so heiß gegessen wie gekocht.“ Der 39-Jährige wird das Spiel wie das Gros der Wacker-Fans in Tirol verfolgen, auf das Spiel der Profis in Ried verzichten dem Vernehmen nach die meisten (Fan-Zelt geöffnet, Live-Übertragung Ried). Kurios: Auch die bedeutungslose Begegnung im Inn­viertel stufte die Bundesliga als Risikospiel ein, obwohl nur ein Wacker-Bus anreisen soll.

Für das Spiel in Innsbruck ließ sich Vermieter Olympiaworld eine Haftungserklärung aus Salzburg ausstellen, die Sanierungskosten nach den letzten Entgleisungen der Salzburg-Fans in Tirol gingen mit 25.000 Euro zu Lasten des Veranstaltungszentrums. Allerdings rechnet Präsident Gunsch nicht damit, dass es im Stadionareal zu Problemen kommt: „Und was außerhalb des Stadions passiert, ist nicht unser Bier.“


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