Feuchtigkeit nagt an Fresken

Von Catharina Oblasser...

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Von Catharina Oblasser

Lienz –Die Kriegergedächtniskapelle bei der Lienzer Stadtpfarrkirche St. Andrä gehört zu den Glanzlichtern des Osttiroler Kulturangebots. Denn Maler Albin Egger-Lienz hat die Kapelle mit vier Fresken ausgestattet und ist selbst auch dort begraben.

Doch nun droht den Fresken Gefahr, schildert die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. Immer wieder tauchten feuchte Stellen auf. „Wir haben die Kapelle gemeinsam mit Vertretern des Bundesdenkmalamtes begutachtet“, sagt sie. „Man weiß nicht, woher die Feuchtigkeit kommt und ob das mit dem Mauerwerk oder mit dem Putz etwas zu tun hat.“ Deshalb wurde eine Expertenfirma beauftragt, die Verhältnisse eingehend zu prüfen und Lösungen vorzuschlagen.

Die Kriegergedächtniskapelle wurde 1925 eingeweiht. Albin Egger-Lienz schuf dort die einzigen vier Fresken, die er je malte. Der Zyklus, der an den Wänden zu sehen ist, besteht aus „Sämann und Teufel“, „Sturm. Den Namenlosen“, „Totenopfer“ und „Der Auferstandene“. Vor allem das letzte Werk ist bekannt, weil es einen Skandal auslöste. Die Darstellung des Erlösers sei zu wenig göttlich, lautete die Kritik. 1926 verhängte der Vatikan ein Interdikt – also ein Verbot, in der Kapelle Messen zu feiern. Es galt bis 1983. Erst 1987 wurde die Kapelle neu geweiht.

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