Ein Karrieresprung wirft Fragen zu Schulzukunft auf

Reuttes IKA-Direktor Georg Strauß leitet ein Forschungsprojekt an der Uni Innsbruck. Bei möglicher Professur wird die Schulleitung vakant.

Von Helmut Mittermayr

Reutte, Innsbruck –Selten dürfte der gute Ruf einer neuen Schule als Erfolgsmodel so eng mit einzelnen Personen verbunden sein, wie dies beim Ingenieur-Kolleg Reutte (IKA) der Fall ist. Die beiden promovierten Physiker Georg Strauß und Stefan Schlichtherl­e haben das HTL-Kolleg seit zehn Jahren aufgebaut – Strauß als Direktor, Schlichtherle als Administrator. Die meisten der 16 Lehrenden sind teilzeitbeschäftigt. Das in der Reuttener Bahnhofsstraße angesiedelte IKA könnte über kurz oder lang nun die beiden Aushängeschilder verlieren. Schlichtherle und Strauß gehört zusammen auch die Firm­a Phystech in Pflach, die erfolgreich auf dem Gebiet der Vakuum- und Dünnschichttechnologie tätig ist.

Vor einem halben Jahr hat Georg Strauß nun auch die Leitung des neuen „Materia­l Centers“ am Institut für Konstruktions- und Material­technologie der Universität Innsbruck übernommen. Dort widmet er sich dem Forschungsschwerpunkt „Oberflächenfunktionalisierung und Dünnschichttechnologie“. In engem Kontakt mit der Wirtschaft soll künftig am „Material Center“ vor allem kleineren Unternehmen eine finanzierbare Hilfe bei wissenschaftlichen Problemstellungen geboten werden. Schon 30 Firmen sind integriert. Der gebürtige Reuttener Strauß, der in Münster im Unterland wohnt, hat dazu an der Uni seit Sommer 2013 ein­e Teilzeitanstellung.

Diskutiert wird nun, ob an der Universität Innsbruck ein Forschungszentrum oder gar eine eigene Professur eingerichtet wird, die Strauß übernehmen sollte. „Wenn mich der Ruf ereilt, werde ich zu diesem Karrieresprung nicht Nein sagen können“, erklärt der Physiker. Er habe die Verantwortlichen um eine Entscheidung gebeten, da er nicht alles zugleich machen könne. Bis Mai soll der Entschluss gefallen sein. Sollte die Berufung erfolgen, wird er die Schulleitung des IKA abgeben. Als Nachfolger wäre Schlichtherle möglich, aber auch er könnte an die Universität wechseln. Strauß will nichts übereilen. Eine Nachfolgelösung für das IKA Reutt­e würde erst im Sommersemester 2015 präsentiert.

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