„Design-Heimspiel“ von Marios Schwab für Swarovski

Der österreichische Modemacher stellt bei Swarovski in Innsbruck und Wien Kreationen seiner Arbeit aus. Dabei stehen Licht, Schatten und Weiblichkeit sowie Symbolismus, Klassizismus und Intimität im Mittelpunkt.

Seit 2008 arbeiten Marios Schwab und das Tiroler Kristallunternehmen zusammen. Der Designer zeigt nun in Wien und Innsbruck Kreationen.
© Klaus Vyhnalek/Swarovski

Innsbruck, Wien – Sonst kommt er zum Skifahren nach Österreich. Für den Kristallspezialisten Swarovski hat der international bekannte Modemacher Marios Schwab hingegen Vergnügen mit Arbeit getauscht und die Ausstellungsflächen in den Geschäften in Innsbruck und Wien neu inszeniert. Wien finde er sehr inspirierend, sagte der Designer mit österreichisch-griechischen Wurzeln bei der Eröffnung am Mittwochabend.

Ihm gehe es in seiner Mode um die „Topografie des Körpers“, der durch das Licht-und-Schatten-Spiel von Kristall in außergewöhnlicher Weise präsentiert werde, sagte Schwab, der 2009 bis 2011 als Kreativdirektor der US-Kultmarke Halston fungierte und seither endgültig in der Mode-Oberliga mitmischt, im Gespräch mit der APA. Obwohl international mit seinem eigenen Label „Marios Schwab“ bekannt, zeigte sich der in London ansässige Designer durchaus heimatverbunden: „Ich habe Familie in Stainach-Irdning, die ich regelmäßig besuche. Und ich bin öfters zum Skifahren in Österreich. Heuer war ich in Tirol, aber ich hatte nicht so viel Glück mit dem Schnee.“

Unter dem Titel "Chiarascura" sind die Werke von Marios Schwab in Innsbruck (Bild) und Wien ausgestellt.
© Bernhard Aichner/Swarovski

In Wien liege ihm vor allem das hier gepflegte Handwerk der Modemacher-Szene. „Die vielen kleinen Handschuhläden und Hutgeschäfte haben für mich einen interessanten Klang.“ Sonst kenne er nicht viel österreichische Mode. Immerhin: „Marios Schwab, Peter Pilotto, Wendy & Jim“ fallen ihm auf Anhieb als wichtige Labels ein.

Sein „Heimspiel“ für das Tiroler Kristallunternehmen, mit dem er seit 2008 immer wieder kooperiert, spielt unter dem Titel „Chiarascura“ mit Licht, Schatten und Weiblichkeit ebenso wie mit Symbolismus, Klassizismus und Intimität. Die bis Herbst 2015 zu sehenden Kreationen bei Swarovski Wien und in der Wunderkammer in Innsbruck lösen Installationen von Hutdesigner Philip Treacy und Künstlerin Hilda Hellström ab.

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Mit Kristall lässt sich Schwab zufolge nicht nur Schmuck herstellen. Auch verschiedene Bereiche des Körpers und der Kleidung ließen sich dadurch beleuchten.
© Bernhard Aichner/Swarovski

Den Wiener Standort bespielt Schwab u.a. mit einer schemenhaften Frauengestalt und stellt das „Kleine Schwarze“ einer antiken Figur gegenüber. „Es ist eine kurze Retrospektive meiner Zusammenarbeit mit Swarovski“, sagte der Designer, der Kristall als „Muse“ für seine von zahlreichen Stars auf dem roten Teppich getragene, sehr feminine, aber klar geschnittene Mode bezeichnet. „Bei meinen Kollektionen ist Kristall nicht nur Schmuckelement, sondern ein Instrument, um verschiedene Bereiche des Körpers und der Kleidung zu beleuchten. Die Facetten von Kristall verändern die Wahrnehmung, manches wird hell, anderes bleibt im Dunkeln. Und dann möchte man mehr wissen.“

Dieser „Flirt“ zwischen Kontrasten, diese spielerische Herausforderung der dem Menschen angeborenen Neugierde gegenüber dem Unbekannten, ist eine der zentralen Säulen von Marios Schwabs Installation in der Wunderkammer von Swarovski Innsbruck, hießt es in einer Presseaussendung des Unternehmens. Bilder wunderschöner, femininer Körper bewegen sich in überdimensionalen Kristallformen, und verbergen mehr als sie preisgeben. (APA)

Biographie

Marios Schwab, als Sohn einer Griechin und eines Österreichers in Athen geboren, zog mit seinen Eltern im Alter von 15 Jahren nach Salzburg. Obwohl er seit seiner Kindheit von einer Karriere beim Ballett geträumt hatte, begann er eine Ausbildung an der Mode-Fachschule Annahof.

Vier Jahre studierte er klassische Maßschneiderei. Das damals Erlernte sei heute eine der Grundlagen der Ästhetik seiner Entwürfe, meint Schwab. Es folgten Besuche der Modeschule ESMOD in Berlin und des Londoner Central Saint Martins College, mehrere Auszeichnungen und Mode-Kooperationen, 2005 gründete er sein eigenes Label. Drei Jahre später begann Designer Marios Schwab mit Swarovski zu arbeiten und gemeinsam verschiedenste Projekte zu realisieren.


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