Obstbauern befürchten Frostschäden
Weil die Obstbäume in Tirol auf Grund der milden Temperaturen viel zu früh blühen, drohen durch Spätfrost massive Schäden.
Von Katharina Zierl
Innsbruck –Tirols Obstbauern sind beunruhigt. „Besonders in Nordtirol ist die Situation durch die anhaltend milden Temperaturen außergewöhnlich, weil etwa die Apfelbäume bereits blühen“, betont Hermann Kuenz, Obmann der Tiroler Obstbauern. Die Blüte sei mindestens 14 Tage früher als in einer normalen Saison. „Das bereitet uns schon Sorgen. Je früher die Blüte, desto gefährlicher ist der Spätfrost, weil dadurch Schäden entstehen können und die Ernte gefährdet wird“, sagt Kuenz. In Osttirol habe man mit anderen Problemen zu kämpfen, erklärt der Tirol-Obst-Obmann: „Durch die extremen Schneehöhen im Winter sind Schäden entstanden. Beispielsweise wurden Äste abgerissen.“
Das Problem sei, dass man hinsichtlich des Wetters mittlerweile mit allem rechnen müsse, betont Kuenz: „Die Jahreszeiten verlaufen immer unterschiedlicher. Wir müssen auf alles gefasst sein, egal ob es ein extrem milder Winter oder ein sehr warmer Frühling ist.“ Einher mit dem milden Winter gehe auch die Gefährdung durch Schädlinge. „Auf Grund der milden Temperaturen haben Blütenstecher, Blattläuse und co. vielfach überlebt. Das könnte ein zusätzliches Problem werden“, sagt der Obmann der Obstbauern. Wie hoch der finanzielle Schaden tatsächlich ausfallen werde, könne man noch nicht sagen. „Betroffen sind jedenfalls alle Obstsorten. Die meisten Erwerbsobstbauern können Schäden durch Frostschutzberegnung abwenden.“ Dafür seien allerdings große Wassermengen erforderlich. „Das ist sehr aufwendig und für kleine Anlagen schwierig“, sagt Kuenz.
Bei der Frostschutzberegnung wird Wasser auf die Blüten gesprüht, erklärt der Obst-Obmann: „Nicht das Eis, sondern das gefrierende Wasser schützt durch die freigesetzte Wärme die Blüte vor Schäden.“
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