AMS Schwaz gab 23 Mio. Euro aus

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk dürfte 2014 weiter steigen. Ein sozialökonomischer Betrieb soll bis Herbst öffnen.

Andrea Schneider informierte über die Arbeitsmarktzahlen.
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Von Angela Dähling

Schwaz –Mehr als 23,3 Millionen Euro hat das Arbeitsmarkt Service in Schwaz im vergangenen Jahr für Arbeitslosengeld, Notstandshilfe sowie für Bildungskarenz ausgegeben. Das sind um 800.000 Euro mehr als 2012.

„Die Arbeitslosigkeit nimmt 2014 weiter zu“, erklärt AMS-Leiterin Andrea Schneider. Sie prognostiziert, dass die Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent heuer um weitere zehn Prozent wachsen wird. Interessant dabei: Die Anzahl der verfügbaren Stellen ist in den letzten Jahren stetig angestiegen und lag 2013 bei rund 35.700. „Doch es stehen durch die Öffnung neuer EU-Länder und durch Wiedereinsteigerinnen auch mehr Arbeitskräfte zur Verfügung“, erläutert Schneider. Vor allem ungarische Fachkräfte würden auf den Schwazer Arbeitsmarkt drängen – besonders im Tourismus, der, wie andere Branchen auch, über einen Fachkräftemangel klage.

Die Beherbergungs- und Gastronomiebranche ist saisonbedingt mit Abstand am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen. Das hat das AMS im März wieder deutlich zu spüren bekommen. „Viele Betriebe dieser Branche haben die Saison früher beendet und Mitarbeiter freigesetzt“, erklärt Schneider. Sie kurzfristig (z. B. über Ostern) wieder einzustellen, ist rechtlich nicht möglich. „Das zu kontrollieren, ist aber nicht unsere Aufgabe“, räumt Schneider ein.

Die vom AMS unter bestimmten Voraussetzungen geförderte Skilehrer-Ausbildung sei vor allem von etlichen, die im Sommer am Bau arbeiten, gut angenommen worden. Als Neuheit für 2014 kündigt Schneider eine Eingliederungshilfe für ältere Arbeitnehmer an, die bekanntlich ebenso wie jene mit gesundheitlichen Einschränkungen zu jener am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffenen Personengruppe zählen.

Weiters – und darauf ist Schneider besonders stolz – soll ein sozialökonomischer Betrieb (SÖB) gemeinsam mit dem Verein WAMS im Bezirk Schwaz gegründet werden. Zehn bis 16 Arbeitsplätze würden so – befristet auf jeweils maximal ein Jahr – u. a. für Langzeitarbeitslose geschaffen werden. Und zwar durch die Gründung von zwei bis drei Betriebsstandorten für die Sammlung, Sortierung und den Verkauf von Gebrauchtwaren. „Die dort Beschäftigten erhalten parallel Schulungen u. a. für Bewerbungsgespräche. Durch die Arbeitspraxis wird ihnen der Wiedereinstieg in die Arbeitswelt erheblich erleichtert“, sagt Schneider. Die Eröffnung ist für Ende Sommer, Anfang Herbst geplant.


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