Mindestens 30 Morde: Mann war schon als 16-Jähriger Auftragskiller

Ein 51-Jähriger könnte als einer der schlimmsten Serienmörder in die amerikanische Kriminalgeschichte eingehen.

Von Barbara Munker/dpa

Los Angeles – Das jüngste Mordopfer war 22 Jahre alt. Landarbeiter fanden 1982 die Leiche von Raul Gonzales am Rande eines kleinen Dorfes im kalifornischen Central Valley. Das ältestes Opfer, ein 56-jähriger Familienvater, wurde 2000 erschossen. Neun Morde wirft die Staatsanwaltschaft im kalifornischen Tulare County dem heute 51 Jahre alten Jose Manuel Martinez vor.

Zudem ist er seit dieser Woche wegen versuchten Mordes und Kidnapping angeklagt. Doch das ist nicht alles. Martinez könnte als einer der schlimmsten Serienmörder in die US-Kriminalgeschichte eingehen. Im Vorahr wurde er bei der Einreise von Mexiko in die USA wegen Mordverdachts im US-Staat Alabama festgenommen. Dort sitzt der US-Bürger derzeit in Untersuchungshaft. Der Prozess soll im Juni beginnen.

In Florida steht er unter doppeltem Mordverdacht. Nach seiner Festnahme soll er im Verhör mehr als 30 Morde gestanden haben. „Irgendwann fing er an, über andere Fälle auszupacken“, sagte Staatsanwalt Errek Jett vom Bezirk Lawton County in Alabama. Ermittler in anderen Staaten, die ungeklärten Morden nachgingen, horchten auf.

„Wir haben genug Beweise, um ihn hier wegen neun Morden vor Gericht zu stellen“, sagte Staatsanwalt Anthony Fultz vom kalifornischen Bezirk Tulare County. Mit den fortlaufenden Ermittlungen könnte die Zahl noch steigen, vermutet der Jurist. „Er plante die Morde, ging gezielt gegen seine Opfer vor, in den meisten Fällen, um sich zu bereichern“, sagt Fultz.

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Martinez soll schon als Jugendlicher bei einem Drogenkartell als Auftragskiller eingestiegen sein. Wenn er Schulden für das Kartell eintrieb, habe er ein Viertel davon als Lohn erhalten, berichtete die „Los Angeles Times“ unter Berufung auf die Behörden. Zu den angeblichen Auftraggebern will die Staatsanwaltschaft bisher nichts sagen. In Kalifornien droht dem Mann im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe.

Die vergangenen Jahre soll Martinez im Haus seiner Mutter in der kleinen kalifornischen Gemeinde Richgrove gelebt haben. Seit seiner Verhaftung habe sie nicht mehr mit ihrem Sohn gesprochen, sagte Loreta Fernandez der „Los Angeles Times“. Nicht alles, was ihr Sohn sage, sei wahr, glaubt die Mutter.

Oft vergehen Jahre nach der Festnahme, bis Serienmörder ihre Taten gestehen. Im Jahr 2011 gab der Amerikaner Gary Ridgway seinen 49. Mord vor Gericht zu. Die Tötung einer 20-jährigen Frau in Seattle (US-Bundesstaat Washington) lag da schon 28 Jahre zurück. 2001 war der Autolackierer festgenommen worden, zwei Jahre danach wurde er wegen Dutzender Frauenmorde zu lebenslanger Haft verurteilt. Einige seiner Opfer wurden erst später entdeckt.

Sein Geständnis machte Ridgway zum vermutlich schlimmsten Serienmörder Amerikas. John Wayne Gacy wurde 1994 wegen der Ermordung von 33 Buben hingerichtet. Ted Bundy war wegen dreifachen Mordes angeklagt, obwohl er später mehr als 30 Taten gestand. Eine der grausigsten Mordserien verübte Jeffrey Dahmer, der seine mindestens 17 männlichen Opfer zerstückelte und Leichenteile aß. Der „Kannibale von Milwaukee“ wurde im November 1994 im Gefängnis von einem Mithäftling getötet. (APA/dpa)


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