Am Tivoli siegte der Sport, am Rasen die Austria

Austria Salzburg feierte beim 5:1-Sieg im Tivolistadion gegen die Wacker Amateure ein Fußballfest und zeigte sich von ihrer besten Seite.

© Julia Hammerle

Von Thomas Mair

Innsbruck –Den Polizeihelm hielten sie in der Hand, der Schlagstock und der Schild waren stets griffbereit – viel mehr musste die Armada an Sicherheitskräften rund um das Innsbrucker Tivoli­stadion gestern nicht leisten. Denn allen (durchaus berechtigten) Befürchtungen zum Trotz blieb es gestern rund um den Westliga-Hit zwischen den Wacker Amateuren und Austria Salzburg ruhig. Die befürchteten Ausschreitungen der verfeindeten Fangruppen blieben aus.

Die gut 600 mitgereisten Salzburger Schlachtenbummler zeigten sich von ihrer allerbesten Seite, spornten ihre Elf 90 Minuten lang an und ließen die spärlichen Tiroler Fans dieses Mal nur verbal wissen, was sie von ihnen halten. „Das heilige Land in unserer Hand“ – das Spruchband vor dem Gästesektor erhitzte die Tiroler Gemüter ebenso wenig wie die ständigen Schmährufe bezüglich des bevorstehenden Abstiegs der Innsbrucker Kampfmannschaft („Wir steigen auf und ihr steigt ab!“). Selbst auf Pyrotechnik verzichteten die Violetten gänzlich, weil sie bereits im Vorfeld ihrem Präsidenten Walter Windischbauer dahingehend ein Versprechen abgegeben hatten.

Auf dem Feld hielten ihre Schützlinge das Versprechen, aus dem Tivoli drei Punkte zu entführen. Dabei begannen die Wacker-Fohlen vor den Augen von Präsident Josef Gunsch stark, machten die Räume geschickt eng und ließen keine klaren Torchancen zu. Erst eine sehenswerte Kombination über vier Stationen, die Lukas Katnik zur Salzburger 1:0-Führung (31.) nutzte, brachte die Innsbrucker aus dem Konzept. Der Tabellenführer legte innerhalb von zwei Minuten nach und entschied mit zwei weiteren Toren durch Marco Vujic (31.) und erneut Katnik (33.) die Partie frühzeitig.

Obwohl Wackers Lukas Hupfauf (69.) aufgrund einer Notbremse vom Platz gestellt wurde, gelang den Schwarz-Grünen durch Michael Steinlechner sogar der Ehrentreffer, bevor zwei weitere Tore der Salzburger den 5:1-Endstand markierten. Die mitgereisten Salzburger Fans feierten ihre Helden, verabschiedeten sich vereinzelt mit grinsender Miene von der Polizei und freuten sich, dass ihre Elf einen weiteren Schritt in Richtung Erste Liga gemacht hatte.

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In jedem Fall siegte gestern der Sport, wenngleich der erhöhte Sicherheitsaufwand absurd wirkte, zumal nur ein einziger vernachlässigbarer Vorfall passierte. Eine Toi­lette im Gästesektor ging zu Bruch, als ein Salzburger Fan ein „Pickerl“ anbringen wollte. Der Anhänger meldete sein Malheur selbst der Polizei und wird für den Schaden aufkommen.


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