Neungang-Menü für den kleinen Lord

Nach nur eineinhalb Jahren und 170.000 Exemplaren überarbeitete Range Rover den schicken Evoque. Dies brachte dem feinen Briten die erste Neungang-Automatik für Geländegänger. Der 190-PS-Diesel im Test.

© Fellner Reinhard

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Die Metamorphose von Land Rover seit Einstieg des indischen Konzerns Tata ist erstaunlich. Zeigen die britischen Geländegänger durch beträchtliche Investitionen seither doch eine technische Kompetenz, von der man vor Jahren nicht zu träumen wagte. Schönheit, Extravaganz und duftendes Leder besaß ein Range Rover natürlich schon vorher.

2012 schafften es die Briten dann, die Aura der Marke mit einem Schuss Avantgarde nahezu perfekt in die Kompakt-SUV-Klasse zu transferieren. Das Ergebnis hört auf den Namen Evoque und brachte es schon nach eineinhalb Jahren auf für die Marke rekordverdächtige 170.000 Exemplare. 2014 folgte dennoch schon ein überarbeiteter Jahrgang, der neben minimalen optischen Retuschen vor allem neue Assistenzsysteme (Park-System, adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent), einen überarbeiteten Allradantrieb (über 30 km/h schaltet sich die Hinterachse nur bei Bedarf in Millisekunden zu, elektronische Differenzial­sperre verbessert die Fahrstabilität) und die weltweit erste Neungang-Automatik für Fahrzeuge mit Quermotor zu bieten hat.

Diese stammt übrigen­s vom deutschen Getriebespezialisten ZF. Range Rover verspricht für die Getriebebox die Quadratur des Kreises: Schaltvorgänge in 150 Milli­sekunden, Überspringen mehrerer Gangstufen, zehn Prozent weniger Verbrauch sowie 7,5 Kilogramm weniger Gewicht.

Am 190-PS-Diesel durfte der Neungang-Automat seine Talente im TT-Test beweisen.

Noch bevor jedoch der Startknopf gedrückt wurd­e, verwöhnte der Evoque schon durch seinen edel gemachten Innenraum und seine exzellenten Sitze. Atmosphärisch schafft es der Evoque, die Aura seiner größeren Brüder­ in die Kompaktklasse zu transferieren. Allein der von Konzernschwester Jaguar entliehene runde Automatikwahlhebel ist ein optischer und haptischer Genuss. Erst in Fahrt, entpuppte sich der Brite als Spaßmacher ersten Ranges. Speziell durch seine direkt abgestimmte Lenkung wirkte der Evoque wunderbar flink und wendig.

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Bis auf eine Gedenksekunde beim Losfahren harmonierte dann die Getriebe-Motor-Kombination perfekt.

Man fährt einfach immer im richtigen Gang und betätigt vor lauter Freude doch wieder und wieder die Schaltwippen am Lenkrad. Speziell auf der Landstraße kann man aus dem kleinen Range so unglaublich viel an Fahrleistungen herausholen – ein Gefühl von sportlicher Souveränität stellt sich trotz 1705 Kilogramm Leergewicht ein. Souveränität braucht es auch beim Kaufpreis. Dafür handelt es sich beim Evoque jedoch nicht nur um ein einfaches SUV, sondern bei Bedarf um einen talentierten Geländewagen.

So ist so ein Evoque (ab 44.750 Euro) zwar sauteuer, aber (wirkt) beglückend.


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