Den Stromer gibt es ein paar tausend Euro billiger

Der Ampera von Opel behält trotz des explodierenden Angebots an alternativen Antrieben seine Sonderstellung. Noch.

Ein vollwertiges Langstreckenauto ist der zweifach motorisierte Ampera, den Opel ab 38.400 Euro anbietet.Foto: Fellner

Von Markus Höscheler

Innsbruck –Vor einigen Jahren war der Interessent schnell am Ende, wenn er sich für einen Hybridantrieb, ein Erdgasfahrzeug oder ein Elektroauto interessierte – so überschaubar gestaltete sich die Zahl der in Frage kommenden Modelle. Mittlerweile jedoch hat die Zahl an Hybriden, Plug-in-Hybriden, E-Fahrzeugen, Erdgasautos deutlich zugenommen, und zwar derart, dass sogar der eine oder andere Hersteller den Markt bereinigt. Honda beispielsweise verabschiedet­e sich klammheimlich vom Insight und vom CR-Z, Chevrolet macht sich in weiten Teilen Europas vom Acker – und mit ihm der Volt. Der ist baugleich mit dem Ampera und gilt offiziell als Elektroauto (mit Reichweitenverlängerer), inoffiziell nennen wir ihn einen Plug-in-Hybriden.

Dafür gibt es gute Gründe. Einer davon gilt der Tatsache, dass der Ampera über zwei Motoren verfügt: einen Elektromotor mit 150 PS und 370 Newtonmetern maximalem Drehmoment, praktisch vom Stand weg; und einen 1,4-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 86 PS. Der kommt dann zum Zug, wenn der brutto 16 Kilowattstunden fassende Lithium-Ionen-Akku zur Neige geht. Dann soll der Verbrenner während der Fahrt fürs Aufladen sorgen, um in der Folge die E-Maschine weiter bedienen zu können. Allerdings kann der Verbrenner bei Bedarf direkt die Vorderachse bedienen, um allzu hohe Verluste beim Wirkungsgrad zu vermeiden.

Was den Ampera auszeichnet, ist die Möglichkeit, den geladenen Lithium-Ionen-Akku für den richtigen Moment zu schonen – etwa für die Fahrt im Ballungszentrum (Halten-Modus). Während unseres Betriebs haben wir zwischen 40 und 50 Kilometer rein elektrisch fahren können, ehe sich der Benzinmotor dazuschalten musste. Insgesamt kamen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von 5,0 Litern je 100 Kilometer – wobei hier besonders das jeweilig­e Nutzerprofil zum Tragen kommt. Wer den Ampera täglich zum Pendeln nützen und ihn zuhause sowie am Arbeitsplatz an die Steckdose hängen kann, wird mit dem 35-Liter-Benzintank wohl eine halbe Ewigkeit auskommen – ehe er eine konventionelle Tankstelle aufsuchen muss.

Die 4,5-Meter-Limousine mit dem außergewöhnlichen Antriebskonzept ist inzwischen etwas billiger geworden – ab 38.400 Euro führt sie Opel in der Preisliste, ein paar Tausend Euro günstiger als zuvor. Der Nachlass kann elektrisierend wirken.


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