Dem Frühling bleiben die Italiener verbunden

Mit einem alten Namen, aber komplett neuer Konstruktion ist die Primavera ein echtes Highlight der Vespa-Palette.

Mit der Primavera hat Vespa wieder einen ansehnlichen Roller auf die Räder gestellt.Foto: ff

Von Franz Farkas

Wien –Schon als mit der ersten Primavera 1968 die „klein­e“ Vespa mit dem 125er-Motor herauskam, war sie sofort eines der beliebtesten Modelle der Baureihe. Die neue Primavera hat genauso das Zeug dazu, ein Bestseller zu werden. Elegant, wie es eben nur Italiener können, haben es die Designer verstanden, hier wieder einmal den Bogen zwischen Tradition und Moderne zu spannen.

Die Primavera wirkt frisch, ist aber schon auf den ersten Blick als Vespa zu erkennen. Anleihen an die unglaublich teure 946 (fast 10.000 Euro) aus gleichem Haus sind unübersehbar, auch hier hat man gekonnt gewisse Stilelemente und etlichen Chromzierrat in Szene gesetzt.

Ein schmales Heck, Trittbretter und eine Schürze, die trotz ihrer Schlankheit guten Schutz bietet, sowie eine Front mit Rundscheinwerfer verleihen der Primavera den typischen Look, der nicht nur von den zahlreichen Fans einfach erwartet wird. Wie üblich ist auch hier das Rückgrat aus stabilem Blech. Das hat zwar den Nachteil von teuren Reparaturen nach einem Unfall oder auch nur nach einem Umfaller, ist aber gleichzeitig auch sehr stabil.

Der Rest ist komplett neu. So gibt es nun ein LED-Tagfahrlicht, einen neuen analog-digitalen Tachometer und vor allem ein Helmfach, das nun endlich einen Integralhelm fasst. Dazu kommt ein versperrbares Handschuhfach für die kleinen Dinge des Lebens. Neu ist der Motor, ein luftgekühlter Dreiventiler mit zwei Einlassventilen und einem Auslassventil. Er wurde zwar schon im Vorgängermodell LX eingesetzt und leistet jetzt mit elf PS eine Pferdestärke weniger, wurde aber nun auf mehr Drehmoment bei geringerer Drehzahl und noch geringerem Verbrauch ausgelegt.

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Zusammen mit dem ebenfalls neuen Variomatik-Getriebe sorgt dies für eine Spritzigkeit, die man angesichts der gebotenen Leistung kaum vermuten würde. Ist einmal die etwas verzögerte Gasannahme nach einem Kaltstart überwunden, geht es erstaunlich flott weiter, auch im Betrieb zu zweit kann man bei einem Ampelstart locker mit einem Pkw mithalten. Dabei rinnen kaum mehr als 2,5 bis drei Liter Sprit durch die Einspritzdüsen, für einen Roller ein erstaunlicher Wert.

Noch erstaunlicher als der Motor gibt sich das Fahr- werk. Dank einem etwas längere­n Radstand als bei der LX ist der Geradeauslauf trotz der mit elf Zoll Durchmesser recht kleinen Räder tadellos. Problemlos kann man mit 50 km/h und mehr über Schwellen holpern, die komplett neu konstruierte Vorderrad-Schwinge schluckt gröbere Unebenheiten, ohne dass die Prima­vera aus der Ruhe gerät. Dazu kommen noch wirkungsvolle Bremsen sowohl vorne wie hinten. Auch hier hat man sich bei Vespa in den letzten Jahren sehr gebessert. Weniger gebessert hat man sich beim Preis, laut Liste müssen 4650 Eur­o berapp­t werden, derzeit läuft eine Sonder­aktion um 4299 Euro. Tröstlich ist daher die Tatsache, dass auch der Wieder­verkaufswert recht hoch liegt.


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