Tiger Woods und Lindsey Vonn: das verletzte Promi-Paar der Sportwelt

Tiger Woods und Lindsey Vonn: ein Paar und ein gemeinsames Schicksal. Beide sind verletzt. Vonn ist nach ihrem Kreuzbandriss in der Reha, Woods darf sich aufgrund einer frischen Rückenoperation kaum bewegen. Dennoch haben sie schon wieder sportliche Ziele.

Boston – Sie sind das Promi-Paar der Sportwelt - doch derzeit fehlen Tiger Woods und Lindsey Vonn auf ihren großen Show-Bühnen. Der Golf-Gigant pausiert nach einer Rückenoperation und fehlt deshalb erstmals seit seinem Debüt 1995 beim Masters in Augusta. Ski-Queen Vonn befindet sich nach ihren Kreuzbandriss, der sie die Teilnahme an den Winterspielen in Sotschi kostete, in der Reha.

Wettkampfreif erst im Dezember

„Es ist ein langsamer Prozess, aber es geht jeden Tag voran“, sagt die 29-Jährige. Während ihre gleichaltrige Freundin und einstige Dauerrivalin Maria Höfl-Riesch wenige Wochen nach Olympia ihre Karriere beendet hat, arbeitet Vonn vier Stunden täglich an sechs Tagen die Woche fürs Comeback. Der erneute Kreuzbandschaden im rechten Knie wurde im Januar operiert. Da beim Eingriff auch ein Meniskuseinriss festgestellt wurde, seien Wettkämpfe wohl erst Anfang Dezember wieder möglich, sagt Vonn.

Vonns Comeback ist für Dezember geplant.
© REUTERS

Ihr vorläufiger Fahrplan sieht ein erstes Schneetraining im Oktober vor und das Saisondebüt dann zwei Monate später im kanadischen Lake Louise. Doch die viermalige Weltcup-Gesamtsiegerin hat bereits auf schmerzhafte Weise lernen müssen, dass in ihrer Sportart nichts auf dem Papier planbar ist. Und deshalb ist die oft übereifrige Amerikanerin froh, in Tiger Woods einen passenden Gegenpol zum Partner zu haben. „Ich bin sehr instinktiv, will Dinge sofort erledigen. Er hat mich gelehrt, ruhig und geduldig zu bleiben und einen Schritt nach dem anderen zu machen.“

Vonns Nahziel sind die Weltmeisterschaften im Februar 2015 in Beaver Creek und ihrem Wohnort Vail. Dort erlaubte sie sich unlängst einen Spaß und trat mit Brille und Basecap leicht verkleidet an einer Liftstation als Verkäuferin von Skipässen auf. Vonn präsentierte sich locker, witzig und hatte Mitleid, als ein Skifahrer erwähnte, dass er sich vor drei Tagen das Kreuzband gerissen habe. „Ich weiß, wie sich das anfühlt“, meinte sie, ohne ihre Identität preis zu geben. Anderen Kunden erzählte sie davon, dass „Lindsey Vonn“ sich wohl im Ort aufhalten solle. Und Skifahrern, die das Lied „I love Vail“ sangen, stellte sie spontan ein Freiticket aus.

Wenn es jedoch um ihre sportlichen Ambitionen geht, versteht Vonn keinen Spaß. Als die 19-jährige Slalom-Weltmeisterin und Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin unlängst verkündete, dass sie den Traum habe, bei den nächsten Winterspielen fünfmal Gold zu gewinnen, ließ Vonn umgehend wissen, dass sie 2018 dabei sei und Shiffrin somit harte Konkurrenz in den Speed-Disziplinen haben werde.

Woods will zu den US Open

Woods schaut nicht so weit voraus. Sein Ziel sind die US Open Mitte Juni in Pinehurst/North Carolina. „Ich habe schon andere Verletzungen gehabt. Sie gehören zum Sportlerleben dazu. Du verletzt dich, machst Reha, kommst zurück“, betont der Amerikaner, der sich zu Monatsbeginn einer Rückenoperation unterziehen musste. Die US Open sollen sein nächster Versuch werden, Jack Nicklaus näher zu kommen. Der 74-Jährige ist mit 18 Major-Titeln Rekordgewinner. Woods kann 14 Trophäen vorweisen, sein letzter Erfolg datiert jedoch von den US Open 2008. Dennoch glaubt Nicklaus, dass der Weltranglisten-Erste ihn überholen wird.

„Er ist jetzt 38 und hat vielleicht noch zehn Jahre, in denen er mitspielen kann. Das sind über 40 Majors, und fünf müsste er noch gewinnen. Das sollte nicht so schwierig sein“, meinte Nicklaus. Er war bei seinem letzten Major-Sieg in Augusta 46 Jahre alt. Das Masters ohne den viermaligen Champion Woods - das war bislang undenkbar. Hier war er seit 1995 jedes Jahr dabei, hier hat er 1997 sein erstes Major gewonnen. Doch diesmal musste Woods sogar für das Champions-Dinner am Mittwoch absagen. Tiger dürfe sich nach seiner Operation kaum bewegen und müsse es einige Wochen ruhig angehen lassen, teilte sein Sprecher Mark Steinberg mit.

Die „Sports Illustrated“ beschäftigte sich sofort damit, wie „das Tiger-lose Masters gerettet werden kann“ - und richtete den Scheinwerfer auf die anderen Stars wie Phil Mickelson, Rory McIlroy oder Titelverteidiger Adam Scott. Doch sie werden weder Tiger ersetzen können noch Lindsey Vonn, die im Vorjahr mit ihren feschen Sommerhüten die Blicke an der Magnolia Lane auf sich zog. (dpa)


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