REA tüftelt mit Hochdruck an neuen Leaderprojekten

Die Zeit für die Regionalentwickler drängt – bis Ende Sommer müssen die Ideen für EU-geförderte Vorhaben auf dem Tisch liegen.

Reutte –Im Haus der Wirtschaft in Reutte fand die 19. Vollversammlung der Regionalentwicklung Außerfern (REA) statt. Die von REA-Obmann Alois Oberer und Geschäftsführer Günter Salchner präsentierte Bilanz beeindruckt. In der auslaufenden Programmperiode 2007–2013 konnten in Summe 270 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 34,7 Millionen Euro umgesetzt werden. Rund 19,1 Mio. Euro an Förderungen von Land, Bund und EU konnte REA hierfür an Land ziehen. Das entspricht immerhin 66 Prozent Förderanteil an den unterschiedlichsten Projekten.

Das abgelaufene Vereinsjahr war in dieser Hinsicht ganz besonders erfolgreich. Gemeinsam mit Elbigenalp und der Stadt Füssen gelang es, das größte Projekt in dieser Periode auf die Beine zu stellen. Um 1,7 Mio. Euro entsteht im Ortszentrum von Elbigenalp eine Wunderkammer über die Geschichte des Lechtals basierend auf der Sammlung des „Duarfer“ Universalgelehrten und Chronisten Anton Falger. Im Museum der Stadt Füssen wird die Geschichte des Klosters St. Mang erzählt, das bis zur Säkularisierung für die wirtschaftliche Entwicklung des Lechtals eine große Rolle spielte. Für dieses grenzüberschreitende Projekt fließen 1,4 Millionen Euro an EU-Förderungen in die Region. Weitere wichtige Projekte im Jahr 2013 waren beispielsweise die Aussichtsplattform auf der Tuftlalm in Lermoos und der Naturspielplatz in Schattwald.

Sigrid Hilger vom Land Tirol informierte über Neuerungen in der kommenden Programmperiode 2014–2020. Derzeit gibt es in Österreich 86 so genannte Leader-Regionen, das Außerfern ist eine davon. Diesen Regionen stehen eigene EU-Förderungen für die ländliche Entwicklung zur Verfügung, welche derzeit noch von Land und Bund in annähernd gleicher Höhe aufgestockt werden. Zukünftig werden diese Leader-Förderungen nur noch mit 20 Prozent von Bund und Land kofinanziert. Bei den Förderungen für die Bauern bleibt es bei einer 50/50-Verteilung von EU-Mitteln und nationalen Kofinanzierungsmitteln.

Die breite, die gesamte ländliche Wirtschaft betreffende Entwicklung über Leader wird hinsichtlich des Fördervolumens im Vergleich zur rein landwirtschaftlichen Förderung geschwächt. Dennoch stehen den Leader-Regionen in der kommenden Periode durchschnittlich rund 3,6 Millionen Euro aus der ländlichen Entwicklung zur Verfügung. Die Anzahl der Leader-Regionen wird allerdings von 86 auf 70 reduziert. Jene Regionen, die wieder in den Genuss dieser Förderungen kommen wollen, müssen heuer bis 30. September beim Ministerium für ein lebenswertes Österreich eine Entwicklungsstrategie einreichen. Neu ist auch, dass jede Leader-Region mit der Auswahl durch das Ministerium einen Fördermittelanteil zugewiesen bekommt. Die Höhe dieses Anteils richtet sich nach der Einwohnerzahl und der Qualität der Strategie.

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Die REA-Vollversammlung fasste den einstimmigen Beschluss, sich wieder um den Leader-Status zu bewerben. Die REA-Geschäftsstelle arbeitet in Zusammenarbeit mit Vertretern der Wirtschaft sowie den Tourismusverbänden, Gemeinden und Kammern bis Juli auf Hochtouren an der strategischen Planung. Im Sommer erfolgt eine Abstimmung der Strategie mit den bayerischen Nachbarregionen, denn die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird auch in Zukunft eine Rolle spielen. (TT, hm)


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