Erinnerung an die „Tschiggin“

Von Peter Hörhager...

Von Peter Hörhager

Schwaz –Wo seit 2012 mit den Stadtgalerien der größte Konsumtempel von Schwaz zum Einkauf lockt, stand von 1830 bis 2005 der größte Betrieb der Stadt: die Tabakfabrik. Bis zu 1200 Arbeiter und – vor allem – Arbeiterinnen fanden in der „Tschiggin“, wie die Einheimischen die Fabrik nannten, Beschäftigung. Sie war einst zur Linderung der Not in Schwaz errichtet worden, der Ort war ja 1809 von den bayerisch-französischen Truppen gebrandschatzt worden. 410 Gebäude fielen dem Feuersturm zum Opfer, die Einwohnerzahl sank von 7500 (1808) auf 3869 (1810).

Dank der Errichtung der Tabakfabrik ging es wieder aufwärts, das neue Zeitalter gipfelte 1899 in der Stadterhebung von Schwaz. Nach der Privatisierung des Staatsbetriebes und den Verkauf an ausländische Investoren erwarb 2005 Ing. Günther Berghofer das 15.000 Quadratmeter große Areal und errichtete die Stadtgalerien.

Als Reminiszenz an die „Tschiggin“ wurde nun einer der Eingangsbereiche mit Schrifttafeln, alten Fotos und Relikten der Fabrik (Hausnummer, Marmoreinfassungen der Eingangstore ...) gestaltet, außerdem schlagen zwei große Bilder von Prof. Helmut Millonig Brücken vom Brand von 1809 zur Jetztzeit.

„Ich verstehe dieses Ensemble als Hommage an das Leben und die Arbeit der vielen tausend Arbeiterinnen und Arbeiter der Tabakfabrik“, betonte Berghofer in Anwesenheit vieler ehemaliger „Tschiggin“-Angestellter bei der Eröffnung. BM Hans Lintner sprach von einem „Ort der Erinnerung“ und erwähnte „die Wunden, die der Verkauf der Fabrik gerissen hat“. Als „Zeitzeugen“ traten Erich Gschwentner, Herbert Kandler und der letzte Betriebsleiter, Johann Weißenhofer, ans Rednerpult.

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