FPÖ: Experte sieht anhaltenden Kurswechsel

Die Meinungsforscher Peter Filzmaier und Wolfgang Bachmayer sehen im Rückzug Mölzers einen weiteren Beleg für die fortschreitende Emanzipation in der FPÖ vom rechtsextremen Rand.

Wien – Experten sehen im Rückzug von Andreas Mölzers bei der EU-Wahl einen weiteren Beleg für die fortschreitende Emanzipation in der FPÖ vom rechtsextremen Rand. Dies geschehe auch aufgrund etlicher anstehender Wahlen in Österreich, sind sich die Meinungsforscher Peter Filzmaier und Wolfgang Bachmayer einig. Letzterer ortet im Gespräch mit der APA einen anhaltenden „prozessualen Kurswechsel“.

„Abgrenzungsaktion gegen den rechten, braunen Rand“

Bachmayer sieht einen Emanzipationsprozess in der FPÖ zugunsten einer größeren Breitenwirkung klar eingeleitet - „ob dieser nachhaltig ist, wage ich nicht zu prophezeien“, ergänzt er aber. Dieser habe schon weit vor Mölzers Abgang begonnen und betreffe etwa Susanne Winter, Barbara Rosenkranz, Werner Königshofer und Martin Graf. „Es handelt sich dabei um eine notwendige Abgrenzungsaktion gegen den rechten, braunen Rand“, so Bachmayer.

Der Meinungsforscher sieht vor allem eine Diskrepanz zwischen dem Anteil der Deutschnationalen in der Partei und unter den Wählen. Der Faktor sei dabei 10:1, schätzt er, konzentriert sei dieser Flügel in Ostösterreich. Angesichts einer starken Wahlserie, die im Herbst 2014 in Vorarlberg beginnt und ein Jahr später mit Urnengängen in der Steiermark, Oberösterreich und Wien endet, vermittle die FPÖ dadurch nicht die notwendige Breitenwirkung. Die im Mai anstehende EU-Wahl spiele dabei nur eine geringe Rolle.

Wahlergebnisse erfolgsentscheidend

Bachmayers These: Eine Emanzipation vom extrem rechten Flügel wäre für Strache nur dann nachhaltig, wenn die kommenden Wahlen „gut bis erfolgreich“ für die Freiheitlichen ablaufen, also immer ein klares Plus erzielt wird. „Die Chancen dafür stehen gut“, findet der Meinungsforscher. Der derzeit stattfindende Kurswechsel sei „prozessual“ geprägt, eine gröbere Explosion habe sich in der FPÖ nach wie vor nicht ereignet.

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Filzmaier wiederum gibt zu bedenken, dass etwa in sozialen Netzwerken Unmut aufkommen könnte, wo Funktionäre bereits in den vergangenen Jahren mit fragwürdigen Kommentaren aufgefallen seien. In dieser Schicht - also der dritten Reihe abwärts - liege auch das größte Risiko bei einer Neupositionierung der Partei durch Strache. „Er müsste im Extremfall alle konsequent ausschließen“, so Filzmaier. „Die Frage ist, ob er das durchhält.“ Möglich sei eine Distanzierung vom extrem rechten Rand nur dann, solange die FPÖ auch bei Wahlen erfolgreich ist. (APA)


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