Gauder Bock, Ranggeln und viele tausend Trachtler
Von Peter Hörhager...
Von Peter Hörhager
Zell am Ziller –Was verbindet die Hohe Schule der Spanischen Hofreitschule, das Lied „Stille Nacht“, die Passionsspiele Erl und die Wiener Kaffeehaus Kultur mit dem Zillertaler Gauder Fest? Sie wurden von der Unesco zum immateriellen Kulturerbe erhoben. Womit bewiesen ist (was zumindest die Zillertaler schon lange wissen . . .), dass das Gauder Fest etwas Besonderes ist.
Jene, die es nicht wissen, sich aber davon überzeugen möchten, haben demnächst dazu Gelegenheit. Vom 1. bis 4. Mai erlebt das größte und bekannteste Frühlingsfest Österreichs seine Neuauflage. Die Einzigartigkeit des Festes besteht darin, dass es ein ganzes Paket an Höhepunkten umfasst. Jeder Gauder-Tag hat seine Besonderheit. Am Freitag, 2. Mai, steht die offizielle Eröffnung auf dem Programm, die mit einem Hammerschlag erfolgt. Mit jenem, mit dem LH Günther Platter das Bier (den berühmt-berüchtigten Gauder Bock) anschlägt. Im Anschluss daran liest ein bekannter Schauspieler, dessen Name noch geheim gehalten wird, bei der heiter-satirischen Gambrinus-Rede den „Großkopferten“ die Leviten.
Der Gauder-Samstag beinhaltet gleich vier Höhepunkte: den Tag der Trachtlerjugend, die Haflinger Jubiläumsausstellung (inklusive Wahl der schönsten vierbeinigen „Blondine“), das Ranggeln um den Titel eines „Gauder Hogmoars“ und den Gauder Sechskampf.
Mit einer Feldmesse beginnt der Gauder-Sonntag (4. Mai). Anschließend bewegt sich Österreichs größter Trachtenumzug mit rund 2200 Teilnehmern durch das Zentrum von Zell. Schützenabordnungen aus Nord- und Südtirol, Trachten- und Musikgruppen aus Tirol, Vorarlberg, Oberösterreich, Salzburg und Bayern, historische Kutschen, reich geschmückte Festwägen der Brauerei Zillertal Bier sowie Pferde- und Ochsengespanne bieten ein farbenprächtiges Bild.
Quasi als Vorspann des Gauder Festes wird im Zillertal Bier-Festzelt am Donerstag, 1. Mai, die ORF Radio Tirol Licht ins Dunkel Gala aufgezeichnet. Marc Pircher begrüßt an diesem Abend, dessen Erlös für die Aktion Licht ins Dunkel bestimmt ist, Gilbert, Die Jungen Zillertaler, Die Zillertaler Mander, Die Zillertaler Haderlumpen, Die Poxrucker Sisters, Hannah und The Monroes.
Zu erwähnen ist noch der „Gauder Markt“ am Samstag und Sonntag, mit dem die Organisatoren an die alte Tradition der Handwerker- und Bauernmärkte anknüpfen. Zur Stärkung gibt es regionale Schmankerln.
Apropos Stärkung: Dazu wird aufgrund eines alten Privilegs Österreichs stärkstes Festbier gebraut – der eingangs erwähnte Gauder Bock. Eine weitere Einzigartigkeit ist der Zillertal Gauder Steinbock, eine Bockbierspezialität – gebraut nach dem Originalrezept aus den 1920er-Jahren mit 22 Grad Stammwürze und 10,4 Volumsprozent. Man kann auch heuer davon ausgehen, dass kein Tropfen dieser Gerstensäfte übrig bleibt.
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