Ein Großer für große Vorhaben
Weiterhin hält Jeep am kantigen Auftritt des Grand Cherokee fest, über Soft Skills verfügt das ausladende Sports Utility Vehicle in gehobener Summit-Ausführung dennoch.
Von Markus Höscheler
Arzl im Pitztal –Wo er hintritt, wächst das Gras zumindest nicht mehr so leicht. Stolze 2,4 Tonnen trägt der Grand Cherokee mit sich herum, wenn ein Dreiliter-V6-Turbodiesel unter der Motorhaube des Jeep durchschnittlich 8,9 Liter je 100 Kilometer konsumiert. Dass der 4,88 Meter lange Wagen für Auftritte abseits befestigter Wege quasi eine Lizenz hat– dafür bürgen das Quadra-Drive-II-Allradsystem und die Selec-Terrain-Assistenztechnik. Damit lässt sich der Grand Cherokee im Gelände bestens dirigieren, etwa mit aktivierter Untersetzung oder mit einem bestimmten Geländeprogramm, das auf den jeweiligen Untergrund die Fahrzeugcharakteristik adaptiert. Einstellbar sind beispielsweise Schnee, Sand, Schlamm, Fels und ein Auto-Modus. Eine weitere Feinheit, die Teil der hochwertigen Summit-Ausstattung ist, betrifft die fünffach verstellbare Quadra-Lift-Luftfederung. Somit erhöht sich im Bedarfsfall die Bodenfreiheit auf bis zu 270 Millimeter.
Weitere Summit-Zutaten spielen auf dem Asphalt ihre Stärken aus: Die neuerdings installierte Achtgangautomatik arbeitet zügig und geschmeidig, kann auf Wunsch manuell bei der Stufenwahl überstimmt werden. Der V6-Turbodiesel mit drei Litern Hubraum verleitet das Schwergewicht zum Sprint von null auf 100 km/h in 8,2 Sekunden. Die Kraftentfaltung – ab 1800 Umdrehungen/Minute liegen 570 Newtonmeter Drehmoment an – und die Laufkultur schinden Eindruck. Das gilt weniger für die indirekte Lenkung, die im flotten Kurvengeläuf nach Feinjustierung verlangt.
Die Amerikaner haben beim Grand Cherokee nicht nur Wert auf die Antriebstechnik gelegt, sondern auch auf Sicherheits- und Komfortfeatures. Die adaptiven Bi-Xenon-Scheinwerfer verdienen mit ihrer Helligkeit Beachtung, das großzügig ausgefalle Multimedia-System „uconnect“ mit wuchtigem Touchscreen und 19 Lautsprechern erfüllte unsere Navigations- und Unterhaltungswünsche im erstrebenswerten Ausmaß. Die Bluetooth-Anbindung mit dem Smartphone funktionierte gleichermaßen klaglos wie die westösterreichisch gefärbten Sprachbefehle für die Zielfindung.
Für entspanntes Fahren auf der Autobahn brachte sich der Abstandsregeltempomat zufriedenstellend ein, für Lichtdurchflutung sorgte das zweiteilige Panoramaglasdach, das sich vorne elektrisch öffnen lässt. Lounge-Atmosphäre ist den Natura-Plus-Leder-Sitzen zu verdanken. Das respektable Ausstattungsniveau schlägt sich erwartungsgemäß im Preisgefüge nieder – der Testwagen repräsentiert einen Wert von 82.412,40 Euro. Dabei wäre der Allradler mit geringerer Motorleistung (190 PS) und Basis-Bestückung (Laredo) bereits ab 57.990 Euro zu haben.
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