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Virenjäger kann Beute nicht mit nach Hause bringen

Wien (APA) - Entdeckt eine menschliche Zelle, dass ein Virus eingedrungen ist, stürmt ein Jäger - das Protein ADAR1 - aus dem Zellkern, um d...

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Wien (APA) - Entdeckt eine menschliche Zelle, dass ein Virus eingedrungen ist, stürmt ein Jäger - das Protein ADAR1 - aus dem Zellkern, um dessen Erbgut zu fassen und unschädlich zu machen. ADAR1 kann seine Beute aber nicht mit in den Zellkern nehmen, weil es wegen der sperrigen Last nicht an das Schloss kommt, das die Pforte dorthin öffnet, berichten Wiener Forscher mit Kollegen in der Fachzeitschrift „Pnas“.

Der Virenjäger hält sich normal im Zellkern auf und wandert in das Zytoplasma, wenn dort das Erbgut von Viren in Form von doppelsträngiger RNA bemerkt wird. Mit einer speziellen Bindungsstelle kann ADAR1 solche RNAs festhalten, außerdem schreibt es einzelne Buchstaben des Viren-Erbguts um und macht so dessen genetische Information unleserlich, erklärte Michael Jantsch von den Max F. Perutz Laboratories (MFPL) der Universität Wien, der die Studie gemeinsam mit Frederic Allain von der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) Zürich leitete, der APA.

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Die Teams der beiden Forscher untersuchen nun, durch welchen Mechanismus verhindert wird, dass der Virenjäger seine möglicherweise immer noch aktive Beute mit in den Zellkern nimmt, wo sie das menschliche Erbmaterial gefährden könnte.

ADAR1 besitzt eine Art Schlüssel (Kernlokalisierungssignal) für die Pforte des Zellkerns. Weil bei dem Protein aber die RNA-Bindungsstelle teilweise mit diesem Schlüssel-Teil überlappt, verhindert eine festgehaltene doppelsträngige RNA räumlich, dass der Schlüssel überhaupt zum Schloss gelangen kann, fanden sie heraus.

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(SERVICE - Internet: http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1323698111)


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