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Countdown zum Weltruhm

Gesamtweltcup-Sieger Daniel Federspiel (27) startet morgen in Australien in den Mountainbike-Weltcup. Der Imster mausert sich zum Weltenbummler und (Fast-)Profi, nun soll das letzte große Ziel folgen: WM-Gold.

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Von Roman Stelzl

Imst –Drei, zwei, eins – und willkommen in der Welt des Daniel Federspiel. Was auf den ersten Blick so sehr nach Abzählreim klingt, stellt in Wahrheit das große Motto dar, das derzeit so leuchtend über der Weltcup-Saison des seit Montag 27-jährigen Imster­s schwebt.

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Morgen wird Federspiel in Cairns (AUS) als Eliminator-Gesamtweltcup-Sieger die Titelverteidigung anstreben – doch was auch immer an Erfolgen beim Sprinter zu Buche stehen mag, es bleibt am Ende dennoch ein schaler Beigeschmack. Und diesen will der derzeit beste Eliminierer mit seinem letzten großen Ziel in süßen Erfolg verwandeln: als Weltmeister. Nach Platz drei bei der WM 2012 und Platz zwei 2013. Von drei zu zwei zu eins.

„Im Jahrestakt besser werden? Das wäre natürlich das Coolste“, lächelt Federspiel, als er einen ersten Blick auf die Weltmeisterschaft in Hafjel­l (NOR/1. bis 7. September) wirft. Dieser Sieg wäre die Krönung einer noch jungen Karriere, zumal 2013 in Südafrika als Saison-Dominator ein ärgerliches Malheur den Triumph verhinderte. „Gold war mein großes Ziel, aber wir haben einen taktischen Fehler gemacht“, fängt die Stimme Federspiels bei der Erinnerung Feuer. „Der Siege­r (Paul van der Ploeg, Anm.) ist in allen fünf Vor­läufen die gleiche Linie gefahren, weil er kein guter Starter war. Nur leider hat mir das keiner gesagt. Hätte ich das gewusst, dann hätte ich ihn besiegt. Im Ziel wusste ich dann nicht mehr, ob ich jetzt lachen oder plärren soll.“

Federspiel zuckt die Schultern. So sei nun einmal der Sport, sagt er. An seinem linken Handgelenk prangt noch immer ein gelbes Live­strong-Armband, am rechten trägt er das „Ride for Burry“-Armband für den 2013 tödlich verunglückten Kollegen Burr­y Stander. Sport und Fairness bestimmen das Leben des Hausmeisters, der in Imst nach wie vor Kindergärten und Schulen wie die Hermann-Gmeiner-Volksschule auf Vordermann bringt. Inzwischen mehr als Ablenkung denn als Pflicht.

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„Es würde sich schon ausgehen, wenn ich nicht arbeite und nur Rennen fahre. Aber ich will das hier nicht aufgeben, das ist der perfekte Ausgleich“, meint der Fast-Profi. Den Verlockungen der großen weiten Welt (Profi-Angebot aus der Schweiz 2013) widerstand Federspiel – und dafür wartet heuer als Belohnung auch die große weite Welt:

Aus dem Imster, der bisher nur bei der WM in Südafrik­a wirklich fern der Heimat war, wird ein Weltenbummle­r. Nach Australien (samt einer Woche Vorbereitung) wird Federspiel bei den sechs Weltcup-Stationen auch erstmals die USA und Kanada besuchen.

Und auf Erfolge bei den Übersee-Rennen ist Tirols rasender Hausmeister nach der besten Vorbereitung seit Jahren sowieso eingestellt. „Das war der erste Winter, ohne krank zu sein. Ich bin sehr gut in Form“, erzählt Federspiel. Die Zielsetzung sei damit klar: Gesamt-Weltcup holen, EM-Titel verteidigen. Und mit WM-Gold um den Hals durch Norwegen laufen. Denn nur so wird der Countdown zum Weltruhm sein Ende finden. Mit einer Eins vorne dran.


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