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Ludeschers Abschied: „Wann ich gehe, das bestimme ich“

Nach zwölf Jahren an der Spitze des Österreichischen Rodelverbands zieht sich der Tiroler Friedl Ludescher (72) ohne Wehmut zurück.

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Einer seiner letzten Auftritte als Präsident des Österreichischen Rodelverbands: Friedl Ludescher (r.) gratuliert Doppelsitzer-Rodler Andreas Linger zu Olympia-Silber in Sotschi (RUS).
© Gepa

Am 17. Mai verabschieden Sie sich nach zwölf Jahren aus Ihrer Funktion als Präsident des Österreichischen Rodelverbands. Schwingt Wehmut mit?

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Ludescher: Nein, denn die zwölf Jahre waren schön. Und ich denke, doch einiges bewegt zu haben.

Nach so langer Zeit in einem Ehrenamt werden andere mit Ehrungen bedacht.

Ludescher: Die will ich auf keinen Fall.

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Es hieß, dass Ihrem Abgang auch ein Streit mit Sportdirektor Markus Prock (Rodellegende, Anm.) vorausgegangen sei.

Ludescher: Wir hatten unsere Auseinandersetzungen, aber den Zeitpunkt meines Abgangs bestimme ich immer noch selber.

Eine Fortsetzung der Animositäten steht im Raum: Dem Vernehmen nach tritt am 17. Mai Prock gegen den von Ihnen forcierten Michael Bielowski als Ihr Nachfolgekandidat im Rodelverband auf.

Ludescher: Markus Prock hat viele Qualitäten, deshalb habe ich ihn auch gehalten. Aber für die Rolle des Präsidenten bedarf es einer Führungskraft. Prock war ein extremer Spitzensportler, der alles auf sich bezieht und viel von seiner Vergangenheit redet. Das scheint mir nicht vereinbar.

Das Manko der heimischen Kunstbahnrodler liegt bei den Startzeiten, hier wurde in den vergangenen Jahren einiges verabsäumt.

Ludescher: Prock hatte sportlich das Sagen, er bevorzugte immer ein Athletiktraining wie zu seiner aktiven Zeit. Deshalb haben wir die Sportwissenschaft auch verstärkt implementiert. Wenn er jetzt sagt, dass er sich aus diesem Bereich etwas zurückzieht, sehe ich das als Chance.

Ist die Präsidentenwahl Bielowskis in trockenen Tüchern? Eine Willensbekundung der einzelnen Landesverbände gab es ja.

Ludescher: Früher wurden auch andere Kandidaten gehandelt, etwa der jetzige Wacker-Präsident Josef Gunsch. Jetzt ist offensichtlich Prock der Gegenkandidat Bielowskis, aber es handelt sich auch um einen demokratischen Prozess.

Sie waren nach Heinz Jungwirth (in Finanzskandal verwickelter ÖOC-Generalsekretär, Anm.) im Österreichischen Olympischen Komitee tätig. Wie sehen Sie die Entwicklung dort?

Ludescher: Man ist sehr bemüht, sehr korrekt und sehr transparent. Was aber den Einfluss der Sportwissenschaft in den Olympiazentren anbelangt, muss ein stärkeres Engagement kommen. Das gilt vor allem für deren finanzielle Unterstützung.

Sie gründeten 1975 den Sportverein Olympisches Dorf/Neu Arzl (SVO Innsbruck), einen der größten Breitensportvereine Innsbrucks. Die Liebe zu Ihrer sportlichen Heimat blieb.

Ludescher: Allerdings, das werden wir heuer im Rahmen der 50-Jahr-Feier (Besiedlung des O-Dorfs, Stadtteilfest am 21./22. Juni) zelebrieren. Das Olympische Dorf zeigt, wie sich der Olympismus entwickeln kann, wie das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Richtungen funktioniert.

Das Gespräch führte Florian Madl


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