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Everest-Expeditionen nach Unglück auf der Kippe

Kathmandu (APA/dpa) - Nach dem Rückzug vieler Expeditionsteams vom Mount Everest ist es fraglich, ob in dieser Saison überhaupt noch jemand ...

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Kathmandu (APA/dpa) - Nach dem Rückzug vieler Expeditionsteams vom Mount Everest ist es fraglich, ob in dieser Saison überhaupt noch jemand von nepalesischer Seite auf den höchsten Berg der Welt steigt. Da die Hälfte der Teams umkehre, hätten die übrigen möglicherweise nicht genügend Sherpas zur Vorbereitung der Routen zur Verfügung, sagte Sagar Pandey vom Verband der Trekkingagenturen Nepals am Freitag in Kathmandu.

Am Samstag endet die einwöchige Trauerperiode für die 16 Toten des Lawinenunglücks vom Freitag vergangener Woche. Viele lokale Bergführer und Träger wollen aus Respekt vor den Toten die ganze Saison absagen. Im Basislager war ein Streit entbrannt zwischen denjenigen Sherpas, die weitergehen wollen und denjenigen, die dagegen sind. „Es gibt noch welche, die im Basislager warten, um zu starten, wenn die Stimmung besser wird“, sagte Ang Tsering Sherpa, Präsident der Bergsteigervereinigung Nepals.

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Der US-Bergsteiger Alan Arnette schrieb vom Basislager aus, alle großen Expeditionen mit den meisten Sherpas hätten die Entscheidung zum Abbruch gefällt. „Ohne sie ist die Saison vorbei.“ Der Osttiroler Alpinist Andy Holzer, der mit seinem Team ebenfalls noch im Basislager ausharrt, rechnet offenbar nicht mehr mit der Fortsetzung seiner Expedition: „Für uns Bergsteiger wird nun immer deutlicher, dass sich unser Ziel, die Besteigung des Mt. Everest, wohl in das Land der Träume verziehen wird“, heißt es in seinem Blog.

„Unsere Sherpas sind immer noch total traumatisiert, haben sie doch eigenhändig ihre Freunde nach dem Lawinenabgang aus den Eismassen geborgen und ins Basislager befördert. Jetzt können und wollen sie sich nicht vorstellen, wieder durch den Khumbu-Eisbruch zu gehen“, berichtete der 47-Jährige, der als zweiter blinder Mensch auf dem Everest-Gipfel stehen möchte. In dem Eisbruch waren die 16 Bergsteiger getötet worden.

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Für ihn und seine Begleiter Daniel Kopp und Wolfgang Klocker gelte: Was kommt, muss gemeistert werden und, der Berg gibt die Spielregel vor, so Holzer, der auch vom Kurzbesuch des Tourismusministers am Donnerstag im Basislager berichtete. Der Politiker hatte - offenbar vergeblich - versucht, die einheimischen Bergführer zum Weitermachen zu überreden. Er wurde direkt aus Kathmandu eingeflogen und stand bei seiner Rede trotz Versorgung mit künstlichem Sauerstoff wackelig auf den Beinen.

„Anscheinend erklärt sich die Regierung bereit, die Anliegen der Sherpas zu prüfen um dann vielleicht weitere Schritte einzuleiten“, berichtete Holzer. „Alleine wenn ich bedenke, dass ein Hubschrauberflug vom Basislager nach Kathmandu viele viele tausend Dollar kostet, dann weiß ich, was die hier nun zurückgelassenen Sherpas von diesem Auftritt halten und haben werden ...“, meinte der Osttiroler.


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