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Angriffe auf Wahllokale im Irak - UN-Vertreter appelliert an Wähler

Bagdad (APA/dpa) - Kurz vor den Parlamentswahlen im Irak mehren sich die Angriffe auf Wahllokale und Kandidaten. Am Wochenende meldeten Sich...

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Bagdad (APA/dpa) - Kurz vor den Parlamentswahlen im Irak mehren sich die Angriffe auf Wahllokale und Kandidaten. Am Wochenende meldeten Sicherheitsbehörden und Medien Attacken in verschiedenen Städten. Nach Polizeiangaben wurde ein Soldat in der Nacht zum Sonntag schwer verletzt, als Bewaffnete das Feuer auf die vor einem Wahllokal im Zentrum der nördlichen Stadt Kirkuk stationierten Militärangehörigen eröffneten.

In der Stadt Bakuba kamen bei Anschlägen drei Polizisten und vier weitere Menschen ums Leben. Bei der ersten Parlamentswahl im Irak seit Abzug der US-Streitkräfte sind am Mittwoch gut 21 Millionen Iraker aufgerufen, über ihre künftigen Repräsentanten abzustimmen. Der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki strebt eine dritte Amtszeit an. Iraks Sunniten, die unter dem gestürzten Machthaber Saddam Hussein bevorzugt waren, fühlen sich von al-Maliki diskriminiert. Der Machtkampf zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen hat allein 2013 nach UN-Angaben 8868 Menschen das Leben gekostet.

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Am Samstag hatten nach Angaben der Nachrichtenagentur Sumaria News im Öl-reichen Kirkuk Bewaffnete bei einem Überfall auf ein Wahllokal zwei Sicherheitskräfte verletzt. In der seit Monaten von Regierungssoldaten und Milizionären heftig umkämpften Unruheprovinz Anbar verübten demnach zudem Aufständische einen Bombenanschlag auf ein Gebäude, in dem in der kommenden Woche abgestimmt werden soll. Verletzt wurde niemand.

Am Wochenende wurden zugleich mehrere Menschen zu Grabe getragen, die in den vergangenen Tagen Anschlägen zum Opfer gefallen sind - unter ihnen auch ein sunnitischer Kandidat für die Parlamentswahlen, der in der südlichen Stadt Basra erschossen worden war. Der tödlichste Anschlag war zuletzt am Freitag in Bagdad: Bei der Explosion mehrerer Bomben kamen bei einer Wahlkundgebung mindestens 28 Menschen ums Leben.

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Der Leiter der UN-Vertretung in Bagdad, Nikolai Mladenow, kritisierte über den Kurznachrichtendienst Twitter, viele wollten die Wahlen durch Gewalt zum Erliegen bringen. Er rief die Iraker auf, sich nicht abschrecken zu lassen.


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