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Tirols Baubranche verhalten, Ärger um Wohnbau

Die Tiroler Baubranche leidet unter sinkenden Aufträgen von der öffentlichen Hand. Dem Handwerkerbonus wird wenig zugetraut.

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Innsbruck –Die Tiroler Baubranche blickt verhalten auf die kommenden Monate. So schrumpfen auch heuer in fast allen Bereichen die Aufträge der öffentlichen Hand für die Tiroler Baubranche. Insgesamt sollen heuer nach Prognosen der Tiroler Wirtschaftskammer die Leistungen, die an Tiroler Baufirmen vergeben werden, um 6,2 Prozent auf knapp 920 Mio. Euro einbrechen. Im vergangenen Jahr wurden noch 980 Mio. Euro vergeben.

Besonders stark sollen die Rückgänge bei den Aufträgen aus dem öffentlichen Wohnbau sein. Hier rechnet die Tiroler Bauwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr mit einem Minus von 10 Prozent auf 234 Mio. Euro. „Dauernd hört man von Wohnbauoffensiven, doch wo sind sie? Schon im vergangenen Jahr gingen diese zurück und heuer werden es noch weniger“, zeigt sich der Sprecher des Tiroler Baugewerbes verärgert. In der letzten Legislaturperiode der Landesregierung sind laut Anton Rieder noch jährlich rund 2600 geförderte Wohneinheiten errichtet worden. Derzeit seien es nur noch etwa 2200. Der Baugewerbesprecher fordert, dass die dadurch frei gewordenen Mittel in andere Baubereiche gesteckt werden sollen. „Mit dem Geld könnte man die Sanierungsförderung des Landes aufstocken“, sagt Rieder. In den vergangenen drei Jahren sei die Zahl der Arbeitssuchenden im Baubereich um 31 Prozent gestiegen. Eine Förderaufstockung im beschäftigungsintensiven Bereich der Sanierung würde demnach auch den Arbeitsmarkt ankurbeln. Besonders von der Bundesregierung erwartet sich Rieder mehr Unterstützung für die Bauwirtschaft. „Der Bund lässt leider aus“, sagt der Baugewerbesprecher. Vom Handwerkerbonus, der ab 1. Juli wirksam wird, erwartet sich Rieder kaum Impulse für die Tiroler Bauwirtschaft. „Der Handwerkerbonus ist, glaube ich, mehr als Signal zu verstehen. Ob es einen echten Effekt geben wird, bleibt abzuwarten.“

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Kritik gab es erneut für das Billigstbieterprinzip bei öffentlichen Ausschreibungen. Rieder fordert, dass im Vergabegesetz ein Bestbieterprinzip verankert werden soll.

Im Jahresverlauf rechnen die Tiroler Bauunternehmen mit stagnierenden Umsatzzahlen. In einer Befragung von 136 Tiroler Unternehmen der Bauindustrie und des Baugewerbes rechnet rund ein Fünftel mit steigenden und knapp 56 Prozent mit gleich bleibenden Umsätzen, ein weiteres Fünftel sieht für heuer einen Rückgang. (ecke)


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